Die Pension zum Pferdebrunnen versorgt seine Gäste kulinarisch mit allem, was auf dem Hof hergestellt wird, und bietet gemeinschaftlichen Urlaub – für alle.
Die Pension zum Pferdebrunnen versorgt seine Gäste kulinarisch mit allem, was auf dem Hof hergestellt wird, und bietet gemeinschaftlichen Urlaub – für alle.
1982 kauften Anna-Barbara Langer und Klaus Krohn-Langer die Hofstelle in Weißenborn. Die Idee entstand aus dem Wunsch heraus, ihren Kindern ein Aufwachsen auf dem Land zu ermöglichen. 1998, als die jüngste Tochter zehn Jahre alt war, öffnete das Ehepaar ihren Hof für Gäste. Heute hat die Pension 12 schöne Zimmer. Vom Traum der Selbstversorgung zum Versorger von Urlaubenden und Gästen, die eine Auszeit vom Alltag und vollwertiges Essen suchen – Weiterentwicklung und Nachhaltigkeit sind die Leitmotive des Betriebs. Dabei haben Gäste die besondere Gelegenheit, hautnah am Hofleben teilzuhaben. Bei den Hühnern die Eier einsammeln, die Katzen und den Hund streicheln oder den Schweinen beim Suhlen zusehen. Der Name ist außerdem Programm, denn Islandpferde gibt es auch auf dem Hof.
Schnell finden die Gäste Anschluss, wenn sie dies wünschen. Die Mahlzeiten, die Wald- und Wiesenzeit, das Reiten und das Versorgen der Tiere fördert die Gemeinschaft auf dem Hof. Dabei gibt es viele Nischen für Rückzugsmöglichkeiten. Die Möglichkeit schnell Kontakt zu anderen Gästen, sei es für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene jeden Alters zu finden, ist ein zentrales Konzept des Bauernhofes das die Gäste sehr wertschätzen. Was auf den Tisch kommt, stammt fast ausschließlich vom eigenen Hof. Die Bio-Qualität wird den Gästen durch das Demeter-Siegel signalisiert, erklärt Anna-Barbara Langer: „Bioprodukte sind nachhaltig aber auch arbeitsintensiv in der Herstellung. Deswegen sind die Kosten dafür hoch, höher als im konventionellen Bereich. Die Demeter-Zertifizierung vermittelt unseren Gästen einen guten Anhaltspunkt für hochwertige, qualitätsbewusste Nahrungsmittel. So können wir unsere Qualität zeigen.“ Auch bei Produkten wie Reis, Tee oder Kaffee, die am Hof nicht hergestellt werden können und daher zugekauft werden, wählt Familie Langer die Produzenten sorgfältig aus. Bevorzugt werden Produkte, die ebenfalls Demeter-zertifiziert sind.
Das Frühstück geht über ein normales Hotelbuffet hinaus. Meist Selbstgemachtes landet auf den Tellern: Marmeladen, Brot, Wurst, Aufstriche, Eier, Nüsse sowie Frischkornmüsli und Haferflocken mit verschiedenen Toppings. „Das reichhaltige Frühstück wird von unseren Hausgästen sehr geschätzt.“ betont Langer. Um Essensreste zu vermeiden, serviert der Biohof das Mittagessen in drei Gängen anstelle eines Buffets. Die Strategie ist, anfangs kleinere Portionen zu servieren, jedoch jedem die Möglichkeit zu geben, nach Belieben nachzunehmen. Abends können sich die Gäste mit selbstgemachten Aufstrichen und frisch gebackenem Brot stärken. „Fleisch gibt es bei uns drei- bis viermal die Woche – ausschließlich aus eigener Produktion“, ergänzt Langer. Viele Gäste freuen sich besonders auf die Samstags-Mahlzeit. Je nach Saison gibt es an diesem Tag Obstknödel, Rohrnudeln oder Pfannkuchen mit Apfelmus.
Neben dem ökologischen Aspekt setzt der Betrieb auch den sozialen Aspekt der Nachhaltigkeit überzeugend um. Die „Wald- und Wiesenzeit“ ist eine betreute Zeit für Kinder und Jugendliche, in der sie Felder, Wälder und das Leben abseits vom Hof erkunden können. Die Kinderbetreuung findet während aller bundesweiten Ferien statt. Spielerisch, mit geschultem Personal, entdecken Kinder, was die Natur zu bieten hat. „Dafür braucht man wenig Material. Die Kinder erleben die Gegend hier, die Natur, und nehmen dabei ganz viel mit. Und es macht ihnen großen Spaß“, ist Frau Langer überzeugt. Dabei betont sie: „Ich verwende in diesem Zusammenhang nicht das Wort ‚lernen‘, denn das klingt zu schulisch. Aber große sowie kleine Gäste, die bei uns Urlaub machen, können etwas für ihr Leben mitnehmen.“
Welche Art von Gästen kommt auf Ihren Hof?
Wir haben eigentlich ein sehr breites Spektrum, aber ein großer Teil sind Familien mit Kindern. Wanderer und Radfahrer erhalten Übernachtungsmöglichkeiten. Manchmal kommen auch junge Leute, die eine Auszeit brauchen. Wir haben natürlich überwiegend Gäste, die Wert auf gesunde ökologische Ernährung legen. Und die meisten, denn ich kann nicht für alle sprechen, sind auch an unserer Nachhaltigkeit interessiert.
Wie kommunizieren Sie Ihren Gästen Ihre Nachhaltigkeit? Wie kommt sie bei den Gästen an?
Im Grunde genommen wird das schon über unser Angebot auf der Internetseite kommuniziert. Wenn wir mit den Gästen persönlich sprechen am Telefon, wird das immer erwähnt. Und bei der Anreise begrüßen wir unsere Gäste persönlich und erklären ihnen unseren Hof und unsere Arbeitsweise. Aushänge machen wir so wenig wie möglich, weil diese für unser Verständnis immer unpersönlich wirken und wir lieber auf Nachfragen direkt reagieren.
Ein Beispiel ist, dass wir durch nicht zu große Portionen versuchen Speisereste zu vermeiden. Die meisten Gäste finden das gut, denn sie können sich trotzdem so viel nachholen, wie sie möchte.
Welchen Tipp haben Sie für konventionelle Betriebe, die nachhaltiger arbeiten möchten?
Als allererstes würde ich vorschlagen, dass man mehr Wert legt auf Regionalität. Das ist sicherlich oft erst mal teurer und auch umständlicher, aber verschafft einem selbst auch ein besseres Gefühl für Lebensmittel und gibt ein gutes Gefühl für die Wertschätzung der eigenen Region. Regionalität kann man auch den Gästen gut erkläre