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Klimawandel-ABC

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Der Klimawandel ist ein komplexes und viel diskutiertes Thema. In den Debatten über den Klimawandel und seinen Folgen für den Tourismus fallen häufig Fachbegriffe. Hier finden Sie eine Auflistung von wichtigen Begriffen, um in der Welt des Klimawandels den Überblick zu behalten.

Anpassungskapazität

Die Anpassungskapazität beschreibt die Fähigkeiten und Ressourcen eines Systems (Gesellschaft, Region, Unternehmen), sich durch die Planung und Umsetzung von Maßnahmen an die Klimaveränderung und deren Folgen anzupassen.

Anpassungsmaßnahmen

Um die Risiken in Folge des Klimawandels möglichst zu minimieren und Chancen zu nutzen, sollten Anpassungsmaßnahmen umgesetzt werden. Hierbei werden u.a. strategisch-planerische, bauliche oder institutionelle Maßnahmen unterschieden. Ziel von Anpassungsmaßnahmen ist immer die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit (Resilienz) oder die Reduzierung des Klimarisikos eines Systems (Gesellschaft, Region, Unternehmen).

Atmosphäre

Die Atmosphäre ist die gasförmige Schicht, die unsere Erdoberfläche umgibt. Sie besteht u.a. aus Stickstoff, Sauerstoff und Treibhausgasen. Die Atmosphäre schützt uns vor Strahlung der Sonne und ermöglicht das Leben auf der Erde (siehe Treibhauseffekt). Vielfältige physikalische und chemische Vorgänge in der Atmosphäre steuern das Klima und das Wetter auf der Erde.

Klimaschädliche Emissionen

Der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen (siehe Treibhauseffekt) und luftverschmutzenden Stoffen in die Atmosphäre. Zudem können Emissionen auch in Böden (z.B. Moore) und Wasser gespeichert werden.

Erderwärmung

Die zentrale Kenngröße für den Klimawandel. Beschreibt den Anstieg der Durchschnittstemperatur auf der Erde. Wissenschaftler:innen sagen eine Erderwärmung im Vergleich zu vorindustriellen Zeit (siehe Vorindustrielle Zeit) von mindestens 1,8 Grad Celsius bis maximal 4,0 Grad Celsius (siehe Klimaszenario) bis zum Jahr 2100 voraus. Diese Were sind als globale Mittelwerte zu verstehen, die sich regional stark unterscheiden werden. Beispielsweise werden sich einige Kontinente deutlich stärker erwärmen als andere.

Extremwetterereignis

Unter Extremwetterereignissen versteht man besonders stark ausgeprägte (zum Teil plötzlich auftretende) Wetterphänomene wie starker Regen, schwere Gewitter, Orkane und Tornados aber auch extreme Trockenheit und Dürre. Wissenschaftler:innen gehen davon aus, dass die Häufigkeit und Intensität (d.h. die Stärke) von Extremwetterereignissen im Zuge des Klimawandels ansteigt. Auch könnten sich ihre Eintrittswahrscheinlichkeiten im Jahresgang mit dem Klimawandel zeitlich verschieben.

Klima

Klima ist der mittlere Zustand der Atmosphäre über einen längeren Zeitraum (meist 30 Jahre = Klimanormalperiode). Das Klima wird beschrieben durch Mittelwerte, Häufigkeiten oder Extremwerte. Kenngrößen sind u.a. Durchschnittstemperaturen, durchschnittliche Niederschlagsmengen, Hauptwindrichtungen oder durchschnittliche Sonneneinstrahlung (siehe Klimaparameter).

Klimaanpassung

Bereits heute wissen wir, dass wir nicht alle negativen Folgen des Klimawandels durch Klimaschutzmaßnahmen verhindern können. Grund dafür ist die „Trägheit“ des Klimasystems auf Grund der langen Verweildauer von Treibhausgasemissionen in der Atmosphäre. Klimaanpassung umfasst daher alle Maßnahmen und Aktivitäten, um die Gesellschaft/eine Region/ein Unternehmen auf die Auswirkungen des Klimawandels vorzubereiten und so gut es geht vor den negativen Folgen zu schützen sowie Chancen zu nutzen.

Klimafolgen

Veränderung innerhalb eines Systems (Natur, Gesellschaft, Region, Unternehmen), die als direkte oder indirekte Folge des Klimawandels auftreten. Klimafolgen können als Risiken (negativ) und Chancen (positiv) in Erscheinung treten.

Klimamodelle/Klimamodellierung

Computergestützte Modelle bestehend aus mathematischen und physikalischen Formeln zur Vorhersage der Entwicklung des Klimas. Ziel von Klimamodellen ist es, verlässliche Abschätzungen zu den zukünftigen Veränderungen des Klimas in Form von Wahrscheinlichkeiten treffen zu können. In Klimamodellen werden hochkomplexe Prozesse im Klimasystem der Erde vereinfacht dargestellt. Klimamodelle stellen das wichtigste Werkzeug in der Klimaforschung dar. Aus Klimamodellen lassen sich sogenannte Klimaszenarien ableiten, indem unterschiedliche Eingangswerte für menschliche Einflussfaktoren (z.B. Ausstoß von CO2) angenommen werden und mit den Modellen ausgerechnet wird, welche Entwicklung unter den gewählten Prämissen zu erwarten ist.

Klimaneutralität

Immer mehr Kommunen, Destinationen oder Unternehmen setzen sich das Ziel, klimaneutral werden. Eine Reise ist dann klimaneutral, wenn der Ausstoß der klimaschädlichen Emissionen (u.a. bei An- und Abreise, Unterkunft, Verpflegung, Aktivitäten in der Destination) auf ein absolutes Minimum reduziert wird und alle unvermeidbaren Emissionen durch Maßnahmen zum Klimaschutz an anderer Stelle kompensiert (d.h. ausgeglichen) werden.

Klimaparameter

Unter Klimaparametern versteht man die wichtigsten Größen und Kennzahlen zur Beschreibung des Klimas auf der Erde. Wichtige Klimaparameter sind messbare Größen wie: Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Niederschlag, Windgeschwindigkeit, Sonnenstrahlung, Sonnenscheindauer, Verdunstung. Klimaparameter kommen unter anderem als Variablen in Klimamodellen zum Einsatz. Oftmals auch Klimaelemente genannt.

Klimaschutz

Unter Klimaschutz versteht man alle Maßnahmen und Aktivitäten um die globale Erderwärmung auf ein Minimum zu reduzieren. Die meisten Maßnahmen zum Klimaschutz haben eine Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasemissionen (vor allem CO2) zum Ziel, um den menschengemachten Beitrag zum Klimawandel zu verringern bzw. zu stoppen. Weitere Klimaschutzmaßnahmen versuchen vorhandenes CO2 zu binden (z.B. durch die Aufforstung von Wäldern oder die Renaturierung von Mooren).

Klimasystem

Beschreibt das komplexe Zusammenspiel sowie die Wechselbeziehungen von fünf Hauptbestandteilen: Atmosphäre, Hydrosphäre (Wassermassen der Erde), Kryosphäre (Gletscher, Polkappen), Landoberfläche und Biosphäre. Das Klimasystem verändert sich durch innere und äußere Prozesse, wie z.B. den Ausstoß von Treibhausgasen in die Atmosphäre durch den Menschen.

Klimaszenario

In der Klimaforschung gibt es verschiedene Klimaszenarien, die eine mögliche zukünftige Entwicklung des Klimas auf der Erde (meist bis 2100) beschreiben. Dafür werden Klimamodellierungen mit verschiedenen Eingangswerten für unterschiedliche Einflussfaktoren (Ausstoß von Treibhausgasen, Entwicklung der Weltbevölkerung oder Ausmaß/Veränderung der Landnutzung) gerechnet. Der Weltklimarat (IPCC) arbeitet bei der Einschätzung zur zukünftigen Entwicklung des Klimas mit vier Szenarien. Die Szenarien unterscheiden sich durch die prognostizierte Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre: Ein striktes Minderungsszenario (RCP2.6), zwei Zwischenszenarios (RCP 4.5 und RCP 6.0) und ein Szenario mit einem sehr hohen Ausstoß an Treibhaushasen (RCP 8.5) (weiter-wie-bisher-Szenario).

Klimarisiko

Die potenziellen Auswirkungen des Klimawandels auf ein System (Gesellschaft, Region, Unternehmen) unter Berücksichtigung von Gefährdung (klimatischer Einfluss), Exposition (räumliches Vorkommen), Sensitivität und Anpassungskapazität. Das Abschätzen des Klimarisikos (Risikoanalyse) ist die Grundlage für die Entwicklung von effizienten Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel (siehe Anpassungsmaßnahmen).

Risikoanalyse

Eine Klimarisikoanalyse dient der Abschätzung des Klimarisikos eines Systems (Gesellschaft, Region, Unternehmen) unter Berücksichtigung von Gefährdung (klimatischer Einfluss), Exposition (räumliches Vorkommen), Sensitivität und Anpassungskapazität. Eine Risikoanalyse ist die Grundlage für die Entwicklung von effizienten Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel (siehe Anpassungsmaßnahmen).

Klimawirkung

Beschreibt eine (potenzielle) Auswirkung von klimatischen Veränderungen auf ein System (Gesellschaft, Region, Unternehmen) unter Berücksichtigung der Sensitivität und des räumlichen Vorkommens. Bezogen auf die Zukunft ist eine Klimawirkung also das Klimarisiko eines Systems ohne bislang noch nicht umgesetzte (zusätzliche) Anpassungsmaßnahmen.

Klimazone

Klimazonen sind großräumige Gebiete der Erde, in denen die klimatischen Bedingungen jeweils relativ ähnlich sind. Die fünf großen Klimazonen der Erde sind Polarzone, Subpolarzone, Gemäßigte Zone, Subtropen und Tropen.

Kompensation

Klimakompensation (auch CO2-Kompesation) ist ein Instrument um klimaschädliche Emissionen durch Investitionen in Klimaschutzprojekte auszugleichen und so zu „neutralisieren“. Klassische Beispiele für Kompensation sind Energieeffizienzprojekte, Maßnahmen zur Bindung von CO2 (u.a. durch Aufforstung von Wäldern) oder der Technologietransfer in Entwicklungs- und Schwellenländer.

Meeresspiegelanstieg

Entsteht infolge des Klimawandels. Die wärmer werdende Atmosphäre gibt Energie an das Wasser der Meere und Ozeane ab. Dadurch erwärmt sich das Wasser , dehnt sich aus und der Meeresspiegel steigt. Durch das Abschmelzen der Eisschilde an Nord- und Südpol wird der Meeresspiegelanstieg verstärkt. Wissenschaftler:innen sagen für die kommenden 100 Jahre einen Meeresspiegelanstieg an unseren Küsten von rund einem Meter voraus.

Ökosystem

Ein Ökosystem beschreibt das Zusammenspiel aus Lebensgemeinschaften (Pflanzen, Tiere, Menschen, weitere Organismen) und ihrer physischen Umwelt (Wasser, Erde, Gesteine, Klima). Lebensgemeinschaften und Lebensräume stehen in einer komplexen Wechselwirkung. Durch den schnell voranschreitenden Klimawandel  geraten vielerorts Ökosysteme aus dem Gleichgewicht.

Pariser Klimaabkommen

Im Pariser Klimaabkommen haben sich 195 Länder auf drei übergeordnete Ziele verständigt: (1) Gemeinsam soll die globale Erderwärmung bis 2100 auf deutlich unter 2°C (möglichst 1,5 °C) im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzt werden, (2) die Fähigkeit zur Anpassung an den Klimawandel soll gestärkt werden und (3) Finanzmittelflüsse sollen mit Klimazielen in Einklang gebracht werden. Das rechtsverbindliche Abkommen wurde im Dezember 2015 im Rahmen der Pariser Klimakonferenz (COP21) von 195 Ländern unterschrieben. Zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens müssen laut Weltklimarat (IPCC) bis zur Hälfte des Jahrhunderts (2050) alle klimaschädlichen Emissionen auf null reduziert werden. Das Abkommen wurde 2016 von Deutschland und der EU ratifiziert.

Sensitivität

Sensitivität beschreibt den Grad der Empfindlichkeit wie eine Gesellschaft, eine Region,  ein Unternehmen auf eine Klimaveränderung reagiert. Die Sensitivität ist ein Bestandteil, um die Verwundbarkeit und das Klimarisiko einer Gesellschaft, einer Region, eines Unternehmens zu bewerten.

Räumliches Vorkommen (Exposition)

Beschreibt das Vorkommen eines bestimmten Systems (z.B. Unternehmen) in einer bestimmten Region, das durch eine klimatische Veränderung potenziell beeinträchtigt werden kann.

Resilienz

Beschreibt die (Widerstands-)Fähigkeit eines Systems (Gesellschaft, Region, Unternehmen) mit Störungen (z.B. klimatischen Veränderungen) so umzugehen, dass die Strukturen und Funktionen des Systems ohne Schaden erhalten bleiben.

Natürlicher Treibhauseffekt

Es wird unterschieden zwischen dem natürlichen Treibhauseffekt und dem  menschlich (anthropogen) verstärkten Treibhauseffekt. Treibhausgase in der Atmosphäre absorbieren (Absorption = Aufnahme der Strahlung und Umwandlung in Wärmeenergie) einen Teil der Strahlung der Sonne, der von der Erdoberfläche  in Form von langwelliger Wärmestrahlung ausgestrahlt wird. Die dabei aufgenommene Energie lässt die Temperatur in der Atmosphäre ansteigen. Der Treibhauseffekt bewirkt, dass die Strahlungsenergie der Sonne an der Erdoberfläche und in der Atmosphäre mehrfach umgesetzt wird. Dadurch hält er die Erde warm und ermöglicht erst das Leben. Ohne den Treibhauseffekt läge die Mitteltemperatur der Erde nicht bei +15 Grad Celsius, sondern bei -18 Grad Celsius.

Menschlich verstärkter Treibhauseffekt

Die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre war über Jahrtausende relativ stabil. Durch den Ausstoß von CO2 durch den Menschen (u.a. durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern) steigt die Menge von Treibhausgasen in der Atmosphäre in einer kurzen Zeitspanne stark an. Wissenschaftler:innen messen bereits heute die höchste Konzentration von CO2 in der Atmosphäre seit 800.000 Jahren. Mehr Treibhausgase in der Atmosphäre verstärken den Treibhauseffekt, was den Klimawandel verursacht. (siehe Erderwärmung).

Treibhausgase

Die wichtigsten Treibhausgase sind Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan, Lachgas und Fluorkohlenwasserstoff (FCKWs). Weitere zum Treibhauseffekt beitragende Stoffe sind Wasserdampf, Ozon, Wolken und Aerosole (kleine Teilchen in der Luft, wie Ruß, Pollen, Staub).

Verwundbarkeit/Vulnerabilität

Die Verwundbarkeit/Vulnerabilität beschreibt das Ausmaß, wie stark ein System (Gesellschaft, Region, Unternehmen) von den Veränderungen des Klimawandels beeinflusst wird und in welchem Maße es diese Veränderungen bewältigen und sich and diese anpassen kann. Die Verwundbarkeit beschreibt demnach das Klimarisiko unter Berücksichtigung möglicher Anpassungsmaßnahmen.

Vorindustrielle Zeit

Bei der Beschreibung der Erderwärmung wird als Referenzwert immer wieder von der vorindustriellen Zeit gesprochen. So soll die globale Erderwärmung bis zum Jahr 2100 auf 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit begrenzt werden. Mit vorindustrieller Zeit ist laut dem Weltklimarat (IPCC) der Zeitraum zwischen 1850 und 1900 gemeint.

Wetter

Wetter ist der momentane Zustand unserer Atmosphäre an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit. Es beschreibt das kurzfristige Zusammenspiel verschiedener Wetterelemente, wie beispielsweise der Sonnenstrahlung, der Luftfeuchtigkeit, der Temperatur, der Niederschläge, des Luftdrucks oder des Windes.

 

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