Klimawandel in Niedersachsen

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Der Klimawandel mit seinen Folgen gilt langfristig als eine der größten Herausforderungen für die Menschheit. Klimawandel allgemein beschreibt die Veränderung der Klimafaktoren (Temperatur, den Niederschlagsmengen, Hauptwindrichtungen und Meeresströmungen) unserer Erde über einen bestimmten Zeitraum.

Veränderungen und Verschiebungen der klimatischen Bedingungen auf der Erde gibt es seit jeher. Seit Millionen von Jahren wechseln sich Eiszeiten und Warmzeiten auf der Erde ab. Diese Veränderungen gingen in der Vergangenheit so langsam vonstatten, dass die Ökosysteme der Erde ausreichend Zeit hatten, sich auf die Temperaturveränderungen einzustellen. Im Gegensatz zu vorherigen Klimaveränderungen spielt nun der Mensch jedoch eine entscheidende Rolle: Unser Beitrag zum Treibhauseffekt durch den Ausstoß von klimaschädlichen Emissionen beschleunigt den Klimawandel so stark, dass sich viele Ökosysteme nicht schnell genug auf diese Veränderungen einstellen können.

Was wissen wir über den Klimawandel in Niedersachsen?

Der Klimawandel hat bereits heute vielfältige Auswirkungen in Niedersachsen. Verlässliche Aufzeichnungen aus den letzten 140 Jahren (seit 1881) verdeutlichen, wie sich das Klima in Niedersachsen in der Vergangenheit bereits verändert hat.

Hier finden Sie einige zentrale Erkenntnisse zum Klimawandel aus dem Klimareport für Niedersachsen (2018):

Temperaturen:

Es wird ein ungebrochener Trend der Erwärmung beobachtet: seit 1881 ist in Niedersachsen bereits ein Anstieg der Jahresmitteltemperatur um 1,5 Grad erfolgt. Zusätzlich verschieben sich die Extreme dahingehend, dass es mehr Sommertage (über 25 Grad) und weniger Frosttage (unter 0 Grad) gibt.

Niederschläge:

Seit dem Jahr 1881 ist die Jahresniederschlagshöhe um 15 Prozent angestiegen, wobei sich die zusätzlichen Niederschlagsmengen vor allem auf die Herbst- und Wintermonate konzentrieren. Seit 1951 wurde darüber hinaus ein leichter Anstieg der Starkregenereignisse beobachtet.

Weitere Klimaparameter und Ergebnisse

Darüber hinaus werden im Report Beobachtungen und Prognosen zu Sonnenstrahlung, Wind, Verdunstung sowie der klimatischen Wasserbilanz, dem Wachstum und Entwicklung der Pflanzen (Phänologie), dem Meeresspiegel, den Extremereignissen und dem Stadtklima dargestellt. Stark verkürzt zusammengefasst wurden und werden bei der Sonnenstrahlung und dem Wind keine großen Veränderungen beobachtet bzw. erwartet. Die Verdunstung wird voraussichtlich erst leicht und dann stark zunehmen, was in Kombination mit der Niederschlagsprognose zur Abnahme des Überschusses in der Jahreswasserbilanz führt und zur Zunahme des bereits bestehenden Defizits im Sommer. Hiervon sind insbesondere die östlichen Landesteile Niedersachsens betroffen.

Wachstum und Entwicklung der Pflanzen setzen bereits früher im Jahr ein, was die Vegetationsperiode verlängert und das Risiko für Schäden durch Spätfröste erhöht. In der Vergangenheit stieg der Meeresspiegel in der Nordsee ca. 20 bis 30 cm pro Jahrhundert. Dem Meeresspiegelanstieg kann in Zukunft je nach Szenario weiterhin leicht bis nur noch sehr schwer mit Küstenschutzmaßnahmen begegnet werden.

Leider lassen sich bislang keine zuverlässigen Vorhersagen für die sogenannten Extremereignisse machen. Beobachtet wurde aber bereits eine Zunahme des Trends heißer Tage (von durchschnittlich unter zwei auf sieben Tage pro Jahr von 1951 bis 2017) sowie der Tropennächte. Die sogenannten Eistage haben hingegen im Trend von 21 pro Jahr (1961-1990) auf 17 (1981-2010) abgenommen. Bei diesen Extremtagen gibt es jedoch starke jährliche und regionale Unterschiede. Noch keine (verlässlichen) Trends können für die Häufigkeit von Starkregen, Hagelereignissen, Stürmen und Tornados abgelesen werden.

Den “Klimareport Niedersachsen: Fakten bis zur Gegenwart – Erwartungen für die Zukunft”(2018) finden Sie hier.

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