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Zahlen zur Nachfrage

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Laut SINUS-Institut (2020) stimmen überwältigende 90 % der Bevölkerung zu, dass jede:r Einzelne einen persönlichen Beitrag für Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz leisten muss. Die Umfrage zeigt auch, dass rund 59% der Bevölkerung ihr Verhalten in den vergangenen 12 Monaten bewusst verändert haben, um nachhaltiger zu leben. In einer Umfrage des Onlineportals booking.com gaben 71% der Befragten an, dass man jetzt nachhaltige Entscheidungen beim Reisen treffen muss, um den Planeten für nachfolgende Generationen zu schützen (booking.com 2019).

Dies spiegelt sich bislang jedoch nur bedingt im Reiseverhalten der Deutschen wider. Zwar soll für 43% der Bevölkerung der Urlaub möglichst umweltverträglich sein, 56 % möchte möglichst sozialverträglich reisen (FUR 2020). Jedoch sind Nachhaltigkeitsaspekte nur für geringen Teil der Reisenden ausschlaggebend bei der Reiseentscheidung (4 % bei Urlaubsreisen und 10% bei Kurzreisen). Für weitere 17% (Urlaubsreise) bzw. 25% (Kurzreisen) ist Nachhaltigkeit ein Aspekt neben anderen bei der Entscheidung für eine Reise.

Dies könnte daran liegen, dass Reisende oftmals kein einheitliches Verständnis von nachhaltigem Reisen haben. So gaben 45% der Befragten Deutschen im Rahmen der Booking.com-Studie (2019) an, dass sie nicht wissen, was sie tun können, um nachhaltiger zu reisen. 29% der Befragten wissen, dass Möglichkeiten bestehen, um nachhaltiger zu reisen, aber finden diese Optionen nicht ansprechend.

Bei 12 % (Kurzreisen) bzw. 6 % (Urlaubsreisen) hatten Unterkunft oder Reiseveranstalter ein Umweltsiegel oder Nachhaltigkeitszertifikat. Für die Mehrheit der Reisenden hat Nachhaltigkeit bislang keine Bedeutung für die Reisentscheidung (FUR 2020).  89% der deutschen Reisenden geben an, gar nicht zu wissen, dass es Umweltzeichen für Urlaubsunterkünfte gibt (booking.com 2019).

Nachhaltigkeit ist in vielen Fällen somit kein singulärer Reiseanlass. Das heißt, Gäste kommen primär nach Niedersachsen, um im Meer zu baden, Urlaub im ländlichen Raum zu machen oder eine Stadt zu erkunden, weniger um ein spezielles nachhaltiges Angebot oder Nachhaltigkeit im Allgemeinen zu erleben. Jedoch steigt der Bedarf an Nachhaltigkeit als wichtiges Qualitätskriterium während einer Reise. Daher ist es ratsam, Nachhaltigkeit in der Destinations- und Unternehmensentwicklung sowie bei der Positionierung am Markt zu berücksichtigen.

Neben dem intrinsischen Interesse am Erhalt intakter Natur und dem Schutz der Umwelt – welches fast jeder touristische Akteur haben muss, da beide die Grundlage für Erholung und Urlaub bilden – kann als extrinsische Motivation die Werteinstellung der Niedersachsenurlauber dienen. Hierfür bieten die Sinus-Milieus des gleichnamigen Instituts ein starkes Argument: Das sozial-ökologische Milieu ist mit zwölf Prozent im Vergleich zum Deutschlandurlauber überproportional stark unter den Niedersachsenurlaubern vertreten und auch das liberal-intellektuelle Milieu ist mit neun Prozent eine starke Gruppe. Gleichzeitig gehören beide zu den wachsenden Milieus und weisen eine sehr hohe Affinität zu Nachhaltigkeitsthemen auf.

Potenziale für mehr Nachhaltigkeit

Es zeigt sich immer wieder, dass Reisende nicht immer die Treiber für mehr Nachhaltigkeit sind, sondern Anbietende die Nachfrage durch ansprechende und sichtbare Angebote ankurbeln. So kann die bessere Sichtbarkeit von nachhaltigen Angeboten (z.B. in Form von CO2-Fußabdruck, Regionalmarken, Siegeln/Zertifikaten) zuträglich sein. Dabei muss Nachhaltigkeit für die Gäste erlebbar werden. Entlang der Reisekette existieren verschiedene Möglichkeiten, eine Urlaubsreise nachhaltiger zu gestalten. Die größten Potenziale ihre Urlaubsreise nachhaltiger zu gestalten sehen die Gäste in einer umweltfreundlichen Mobilität vor Ort (zu Fuß/Fahrrad: 39%, Bus/Bahn 25%), während 21% nahegelegene Urlaubsziele wählen wollen, kommt für 12% eine klimafreundliche An- und Abreise in Frage. 29% wollen bei ihrer Urlaubsreise überfüllte Orte meiden, 26% wollen bei regionalen Anbietern einkaufen bzw. regionale Produkte konsumieren. 9% der Gäste wollen zukünftig eine Region wählen, für die Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert hat (FUR 2020).

 

Ansprechpartner bei der TMN:

Robert Wenzel (TMN)

Robert Wenzel
Qualitätsmanager
Nachhaltigkeit
Telefon: +49 (0) 511 / 27048836
E-Mail: wenzel@tourismusniedersachsen.de

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