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Camping

Ob im Wohnmobil, Wohnwagen, Familienzelt oder Mobile Home bietet das Campen vielen Familien ein flexible und preislich attraktive Urlaubsform. Die eigene Schlafstätte ist dabei oft mit „im Gepäck“ und an die Bedürfnisse von Familien angepasst. Dennoch gibt es viele Aspekte, mit denen sich ein Campingplatz auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe einstellen kann.

Luftbild des KNAUS Campingpark EckwarderhörneUrheber: Helmut KNAUS KG Campingparks | CC BY-SA 4.0

Orientierung kindgerecht gestalten
Um sich selbständig auf dem Platz bewegen zu können, benötigen Kinder klare Orientierungshilfen. Auch Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder Sprachbarrieren profitieren von einem klaren Leitsystem. Insbesondere auf großen Plätzen sollte der Weg zum nächsten WC, Spielplatz oder dem eigenen Stellplatz  klar und für Kinder gut erkennbar ausgeschildert werden. Dabei helfen folgende Tipps:

Urheber: TMN
  • Sichtbarkeit: Schilder in niedriger Höhe oder Markierungen auf dem Boden sind für alle erkennbar. Achten Sie auf große Schrift und klare Farbkontraste.
  • Farbsysteme: Farbmarkierungen können helfen, die wichtigsten Anlaufstellen auf dem Plan oder auch im Gelände schnell wiederzufinden. So können gelbe Pfeile oder Punkte zu Sanitäranlagen führen, blaue Pfeile zum Schwimmbad, etc.
  • Symbole und Piktogramme sind auch für Personen ohne Lesefähigkeit erkennbar. Eine Idee ist z.B. die Kennzeichnung der einzelnen Wege oder Bereichen mit Stellplätzen durch Symbole mit hohem Wiedererkennungswert.

Der Lageplan korrespondiert mit dem Leitsystem, Farben, Symbole und Piktogramme sind mit der Beschilderung auf dem Platz identisch. Markante Orientierungspunkte wie große Bäume, Gewässer oder Elemente von Spielplätzen sind im Lageplan mit abgebildet. Auch die Bereiche mit Zelten, Wohnwagen oder Mobilheimen können grafisch markiert werden und so die Orientierung erleichtern.

Zentrale Anlaufstelle Hat sich ein Kind doch einmal verlaufen, hilft es, wenn die Mitarbeiter als Ansprechpartner durch einheitliche Kleidung klar erkennbar sind. Auch sollten alle Mitarbeiter, von Gastronomie bis Animation, für diesen Fall geschult sein, das Kind beruhigen und bei der Suche nach den Eltern unterstützen.  So bieten Sie Familien Sicherheit und ermöglichen einen entspannten Aufenthalt auf ihrem Campingplatz.

Die Rezeption ist der erste Berührungspunkt des Gastes mit dem Platz. Zeigen Sie, dass Familien willkommen sind und halten Sie alle notwendigen Informationen für Ihre Gäste bereit.

  • Ein niedriger Bereich am Infotresen ermöglicht Kindern, am Gespräch teilzuhaben. Auch Personen im Rollstuhl profitieren hiervon.
  • Eine Spielecke ist sinnvoll, falls an der Rezeption Wartezeiten entstehen und setzt zugleich ein starkes Willkommenssignal.
  • Der Lageplan des Campingplatzes kann in für Kinder erreichbarer Höhe auf einem Tisch oder an der Wand angebracht werden und ermöglicht so eine erste Orientierung.
  • Infomaterial zu Ausflugszielen für Familien legen Sie gesammelt aus – so finden Familien schnell, was für sie interessant ist. Haben Sie verschiedene Regale, legen Sie die Flyer ruhig in verschiedenen Höhen aus. So sind sie für alle erreichbar.
  • Informieren Sie Ihre Mitarbeiter, welche Themen für Familien relevant sind. Welcher Fahrradverleih hat Kinderräder? Wo ist der nächste Kinderarzt? Auch wenn Sie nicht alles wissen – zeigen Sie Familien, dass sie bei Ihnen willkommen sind.
Rezeption im KNAUS Campingpark WingstUrheber: Helmut KNAUS KG Campingparks | CC BY-SA 4.0 International

Mit Ausstattungshilfen wie Fußtritten vor den Waschbecken bieten Sie insbesondere bei Sanitäranlagen jungen Familien eine hilfreiche Unterstützung. Sind Familien häufige Gäste, lohnt es sich, im Sanitärbereich besonders niedrige Waschbecken, Duschen und Kindertoiletten einzuplanen. Mit einem bunt gestalteten Sanitärbereich für Kinder richtet sich der KNAUS Campingpark Wingst ganz auf die Bedürfnisse der kleinen Gäste ein.

Beispiel für Kinderwaschbecken im KNAUS Campingpark Wingst.Urheber: Helmut KNAUS KG Campingparks | CC BY-SA 4.0
Toilettenanlage für Kinder im KNAUS Campingpark WingstUrheber: Helmut KNAUS KG Campingparks | CC BY-SA 4.0

Ein Fußhocker ist vor den Waschbecken sinnvoll, wo keine Kinderwaschbecken vorhanden sind. Für kleinere Kinder bietet sich ein hoher Tritt mit zwei Stufen an, für ältere Kinder bis ca. 5 Jahre ist ein einfacher Tritt ausreichend.

Ablagen und Kleiderhaken sollten im Duschbereich in für Kinder erreichbarer Höhe angebracht werden. Bunte Haken oder Kleiderhaken mit Figuren, die unterhalb der Erwachsenen-Haken angebracht werden, signalisieren Kindern, dass Sie an ihre Bedürfnisse denken.

Kindertoiletten sind durch Piktogramme an der Tür oder bunte Gestaltung für Kinder gut zu erkennen. Für Kinder gibt es spezielle kleinere Toiletten. Alternativ können die normalen Toiletten durch eine integrierte Kinderbrille ergänzt werden.

Urheber: TMN

Bungalows, Mobile Homes und Glampingzelte werden durch eine entsprechende Grundausstattung auch für Familien mit jungen Kindern attraktiv. Lesen Sie hierzu unsere Tipps für Ferienwohnungen, vieles trifft auch auf Mietunterkünfte auf Campingplätzen zu.

Informieren Sie Gäste vorab, welche Kleinkindausstattung verfügbar ist. Ob Babybett, Rausfallschutz, Hocker oder Toilettenaufsatz: Teilen Sie Ihren Gästen spätestens bei Buchung mit, welche Ausstattung vorhanden ist und fragen Sie den Bedarf ab. Alternativ können Sie die Ausstattung beim entsprechenden Alter der Kinder grundsätzlich mit in die Unterkunft stellen oder an der Rezeption zum Verleih anbieten.

Beispiel Mobilheim im NordseeCamp NorddeichUrheber: Fotografie van Uden | CC BY-SA 4.0 International
Beispiel Unterkunft im NordseeCamp NorddeichUrheber: Fotografie van Uden | CC BY-SA 4.0 International

Folgende Ausstattung empfehlen wir für eine Ferienwohnung:

  • Babybett (Kinder bis ca. 3 Jahre) – benötigt das Kind Bettwäsche oder einen Kinder-Schlafsack?
  • Rausfallschutz (bei Bedarf 3-5 Jahre)
  • Fußhocker im Bad
  • Kinder-Toilettenaufsatz
  • Hochstuhl

Zählen Familien mit jungen Kindern zu ihrer Haupt-Zielgruppe, empfehlen sich weitere Extras, mit denen Sie sich von Mitbewerbern abgrenzen können:

  • Babywanne
  • Wickelauflage
  • Windeleimer (mit Deckel)
  • Fläschchenwärmer und Sterilisator

Mückenschutz: In Gebieten mit erhöhtem Mückenaufkommen sorgen Schutznetze am Fenster für ruhigen Schlaf. Besonders praktisch sind Rollos, die nur bei Bedarf verschlossen werden. Achten Sie auf eine stabile Ausführung.

Lichtschutz: Die Fenster in Schlafbereichen der Kinder (Kinderzimmer oder Schlafsofa im Wohnzimmer) sollten sich mit Rollo oder Gardine verdunkeln lassen. Dies ist insbesondere für Kinder von Bedeutung, die am Tag eine Schlafpause einlegen.

Sicherheit: Vermeiden Sie Gefahren. Statten Sie die Steckdosen mit Berührungsschutz aus, befestigen Sie lose Kabel, verstauen Sie Reinigungsmittel in oberen Schränken und versehen Sie Hochbetten mit einem ausreichenden Rausfallschutz. Fragen Sie junge Eltern nach ihrer Einschätzung – sie werden Gefahrenstellen schnell erkennen.

Mobilheim mit Terrasse als Beispiel für eine Familienunterkunft im KNAUS Campingpark Wingst.Urheber: Helmut KNAUS Campingparks KG | CC BY 4.0 International
Spielgerät für Kinder auf dem Campingplatz Rennweide.Urheber: Nadja Dreismann Fotografie | CC BY 4.0

Angebote für alle Altersklassen Der Spielplatz ist auf dem Campingplatz oft der zentrale Treffpunkt für Kinder. Optimal ist eine zentrale Lage mit benachbarten Sanitäranlagen. Er sollte klar von Wegen abgegrenzt sein, die von Autos genutzt werden und gut von allen Plätzen erreichbar sein. Achten Sie bei der Planung darauf, dass Kinder verschiedenen Alters angesprochen werden, vom Sandkasten mit kleiner Rutsche für die Jüngsten bis zu Kletter- und Spielgeräten für die Grundschulzeit. Sportangebote  wie Tischtennisplatten und Volleyballfeld können separat geplant werden, um den Jugendlichen Rückzugsräume zu ermöglichen. Wenn möglich, planen Sie verschiedene kleine Spielmöglichkeiten auf dem Gelände ein. So können die Kinder nah am eigenen Platz bleiben und lernen sich in kleineren Gruppen kennen. Eine Spielmöglichkeit für Kleinkinder ist bei der Gastronomie optimal – so sind die Eltern gut versorgt, während sie die Kleinen beaufsichtigen. Doch auch bei den anderen Spielplätzen sollten Sitzmöglichkeiten mit eingeplant werden.

Regionale Gestaltung Nehmen Sie bei der Gestaltung Bezug auf die regionalen Besonderheiten. Am Meer kann das ein Piratenschiff sein oder Robben als Wipptiere, auf dem Land ein Spiel-Traktor oder Hexenhäuschen und Waldtiere im Harz. Auch kann die Landschaft mit einbezogen werden. Hügel, Kletterbäume oder Hecken zum Verstecken bieten ebenso schöne Spielanreize wie klassische Spielgeräte. Sind keine Bäume vorhanden, bietet ein Sonnensegel im Sommer angenehmen Schatten. Insbesondere für die Jüngsten, z.B. über dem Sandkasten, ist Schatten im Sommer sehr wichtig. Dies gilt insbesondere für Campingplätze, auf denen sich die Urlauber auch über die Mittagszeit im Freien aufhalten.

Viele Hersteller von Spielgeräten bieten Unterstützung bei der Planung und können Sie auch zu rechtlichen Fragen und Sicherheitsaspekten beraten.  Beachten Sie hierzu auch die Sicherheitshinweise für Spielplatz und Spielgeräte unter dem Reiter „Sicherheit„.

Spielplatz im Alfsee ErlebnisparkUrheber: Alfsee GmbH/ M. Stuckenberg

Verleih  Bietet das Gelände ausreichend Freifläche, können Sie Sport- und Spielgeräte gegen Pfand ausgeben. Dabei sollte die Funktionsfähigkeit regelmäßig überprüft werden. Markieren Sie alle Leihsachen mit dem Logo des Campingplatzes. So verwechseln die Gäste sie nicht mit eigenen Spielsachen und andere Urlauber werden auf Ihren Platz aufmerksam. Bieten Sie den Gästen einen abschließbaren Ort, in dem sie eigene Kinderwagen, Räder, etc. unterbringen können.

Erleichtern Sie Ihren Gästen das Gepäck, indem Sie folgende Dinge zum Verleih anbieten

  • Kinderwagen und Buggy
  • Fahrradkindersitz  oder -anhänger
  • Kinderräder, Laufrad, Roller
  • Kindertrage zum Wandern
  • Bollerwagen
  • Sandspielzeug
  • Spiel- und Sportgeräte (Badminton, Tischtennis, Springseile, etc.)
Spielbereich im KNAUS Campingpark WingstUrheber: Helmut KNAUS KG Campingparks | CC BY-SA 4.0 International
Urheber: TMN

Wohin bei Regen und Kälte?  Sofern vom Ort kein Indoor-Spielbereich in der Nähe vorhanden ist, sollten Aufenthalts- und Spielmöglichkeiten im Innenbereich nicht fehlen. Damit bleibt der Campingplatz auch in der Nebensaison attraktiv. Für jüngere Kinder bietet sich eine Spielecke mit warmem Boden (z.B. Spieleteppich), Bauklötzen, Holzeisenbahn oder Duplo an. Auch ein Regal mit Büchern und Gesellschaftsspielen sollte nicht fehlen, dazu eine gemütliche Sitzmöglichkeit für die Eltern und ein Tisch zum Spielen und Basteln für die Kinder. Im Optimalfall ist der Bereich für jüngere Kinder an der Gastronomie.

Für größere Kinder ist ein separater Spielbereich mit aktiveren Elementen geeignet. Kletterwand, Spielehaus oder Hochebene und auch ruhigere Ecken mit Büchern oder Maltisch bieten sich an. Bietet der Campingplatz ein Kinderprogramm, kann ein Werk- und Bastelraum oder eine Kinderküche sinnvoll sein. Für Jugendliche sind Tischtennis, Kickertisch und Billiard ein wichtiges Angebot. Diese dürfen auch gerne etwas Abseits liegen, wo die Teens ungestört sind.

Mit einem Programmangebot bieten Sie Familien einen wichtigen Mehrwert und können ihnen die regionalen Besonderheiten näherbringen. Ein Betreuungsprogramm für Kinder ermöglicht Eltern Zeit zu Zweit oder Aktivitäten für Erwachsene zu genießen. Ein Familienprogramm lädt die gesamte Familie zu einer gemeinsamen Aktivität und bringt die unterschiedlichen Gäste in Austausch.

Betreuungsangebot für Kinder
Für ein gelungenes Betreuungsangebot gibt es verschiedene Erfolgsfaktoren: Gut ausgestattete Räumlichkeiten im Innen- und Außenbereich mit Sport- und Spielmöglichkeiten, ein inhaltliches Konzept und nicht zuletzt gut geschulte Mitarbeiter. Planen Sie ein Betreuungsangebot neu einzurichten, empfiehlt sich eine professionelle Beratung, die Ihnen in rechtlichen und inhaltlichen Fragen weiterhilft.

Alter: Definieren Sie zunächst die Zielgruppe für die verschiedenen Saisonzeiten. Für welche Altersgruppe bietet sich ein Programmangebot in den verschiedenen Saisonzeiten an? Berücksichtigen Sie die Ferienzeiten der Ziel-Bundesländer.

  • 3 bis 6 Jahre: Singspiele, Basteln, Natur erleben – in dieser Altersgruppe gehen viele Kinder bereits gerne in eine Gruppenbetreuung. Dabei braucht es wenig feste Programmangebote. Freispiel mit verschiedenen Spiel- und Kreativmöglichkeiten und Zeit in der Natur bieten den perfekten Rahmen. Doch der Bezug zu den Eltern ist noch sehr wichtig, planen Sie eher kürzere Einheiten am Vor- oder Nachmittag, ggf. mit Option auf ein gemeinsames Kinderessen im Anschluss.
  • 7 bis 10 Jahre: Sport, Abenteuer, Kreativität – in der Grundschulzeit gewinnt eine gute Gruppendynamik an Bedeutung. Passende Angebote sind Sportaktivitäten, Ausflüge, Rallyes und gemeinsame Projekte, bei denen die Kinder sich entsprechend ihrer Fähigkeiten einbringen können.
  • 11 bis 13 Jahre: Im Übergang zur Jugend suchen Kinder mehr Freiheiten. Sport- und Abenteuer-Angebote sind hier genauso passend, aber auch abendliche Treffen für gemeinsame Spiele (z.B. „Werwolf“) oder Film-Abende.
  • Ab 13 Jahren: Für Jugendliche ist weniger eine feste Betreuungszeit relevant, da sie nicht auf eine Betreuung durch die Eltern angewiesen sind. Bieten Sie Jugendlichen Rückzugsräume, z.B. einen gemütlichen Aufenthaltsort, an dem Sie Musik hören, Tischtennis, Kicker oder Billiard spielen können. Als Programm eignen sich gemeinsame Ausflüge, Sport wie Beach-Volleyball, Surfkurse, Klettern oder andere regional passende Aktivitäten.

Personal: Die Betreuungspersonen sollten eine pädagogische Ausbildung haben oder an einer geeigneten Schulung (z.B. Jugendleiter*in-Card, Juleica) teilgenommen haben. Sie müssen über ihre Aufsichtspflicht und damit einhergehende Pflichten informiert sein und sich inhaltlich auf die Arbeit mit der entsprechenden Altersgruppe vorbereiten.

Kinderprogramm im Kinderferienland-Hotel Gut Landegge, Familotel Emsland.Urheber: Gut Landegge Hiebing GbR
Kinderbetreuung im Gut Landegge, familotel EmslandUrheber: Gut Landegge Hiebing GbR
Beispiel eines Familienprogramms - Hühnereier sammeln auf dem Hof Claus in WietzenUrheber: Hof Claus, Wietzen

Programm für Familien
Ob Volleyballturnier oder gemeinsamer Wanderausflug: Programmpunkte für Familien bringen die Gäste zusammen und schaffen ein Gemeinschaftsgefühl. Wenn möglich, kooperieren Sie mit Betrieben aus Ihrer Umgebung, die gegen Buchung vorab z.B. zu einer Hofbesichtigung einladen, zu einem Lama-Ausflug abholen, ihre Produkte verkosten. Damit schaffen Sie Ihren Gästen einzigartige Erlebnisse und sorgen zugleich für eine gute Gästegemeinschaft.

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