Mit Einführung der EmpCo-Richtlinie gelten strengere Anforderungen an Werbeaussagen zu Umwelt und Nachhaltigkeit. Um den Bestand im Niedersachsen Hub einmalig zu sichten, haben wir mit n8n einen Workflow entwickelt, der alle Open-Data-Datensätze auf entsprechende Aussagen prüft und die zuständigen Stellen informiert.
So funktioniert es:
Der Workflow ruft alle Open-Data-Datensätze aus dem Niedersachsen Hub ab und prüft sämtliche Textfelder auf Aussagen, die unter die EmpCo-Richtlinie fallen können. Bilder und hinterlegte Siegel werden dabei nicht ausgewertet. Grundlage der Prüfung ist ein eigener, für die Datenüberprüfung optimierter Prompt, der auf dem Prompt des TMN EmpCo-Richtlinien-Checkers in der one.intelligence platform aufbaut.
Geprüft wird auf dreizehn Auslöser, darunter pauschale Begriffe wie „nachhaltig“ oder „klimaneutral“, Superlative und Alleinstellungsaussagen, Angaben zu CO₂-Kompensation, unbelegte Siegel und Zertifikate, Bio-Angaben ohne Standardbezug, Zukunftsversprechen ohne Basisjahr sowie Vergleiche ohne nachvollziehbare Bezugsgröße. Sachliche Beschreibungen von Natur- und Schutzgebieten gelten ausdrücklich nicht als Werbeaussage. Erst die Verknüpfung mit einem Nachhaltigkeitsbegriff macht daraus einen prüfrelevanten Fall.
Je Datensatz entsteht ein strukturierter Befund mit einer Risikostufe, der Angabe, ob die Aussage für eine Veröffentlichung kritisch ist, dem Claim-Typ, einer kurzen Begründung sowie einer Liste der Fundstellen mit wörtlichem Zitat und betroffenem Textfeld.
Die Ergebnisse werden anschließend der zuständigen Region und dem passenden Ansprechpartner zugeordnet. Das Matching läuft über denselben Sub-Workflow wie bei den übrigen Datenqualitäts-Workflows: Zunächst greifen feste, nachvollziehbare Regeln. Bleiben mehrere mögliche Regionen übrig, entscheidet eine KI anhand einer klar definierten Prioritäten-Logik. Für jeden Kontakt legt der Workflow automatisch einen E-Mail-Entwurf an, der die betroffenen Datensätze auflistet und auf weiterführende Informationen zur EmpCo-Richtlinie im Tourismusnetzwerk verweist.
Wichtig: Die KI-Prüfung ersetzt keine Rechtsberatung und dient ausschließlich der Orientierung. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es können also weitere Datensätze betroffen sein, die nicht aufgeführt werden. Die Ergebnisse sollten eigenständig geprüft und bei Bedarf rechtlich oder fachlich bewertet werden.
Der Nutzen:
Der Bestand muss nicht manuell gesichtet werden. Die zuständigen Stellen erhalten eine konkrete, nach Fundstellen gegliederte Übersicht und können gezielt dort nachbessern, wo es nötig ist. So lässt sich der Datenbestand im Niedersachsen Hub strukturiert an die neuen Anforderungen anpassen.