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Geschäftlich reisen, privat bleiben: Bleisure & Workation als Chance für den Tourismus

Urheber: Pixabay_minka2507

Die Verbindung von Arbeit, Freizeit und Reisen gewinnt deutlich an Bedeutung. Flexible Arbeitsmodelle, mobiles Arbeiten und veränderte Erwartungen an Geschäftsreisen führen dazu, dass berufliche Aufenthalte immer häufiger privat verlängert oder mit touristischen Erlebnissen kombiniert werden. Genau hier setzen Bleisure Travel – also die Kombination aus Business und Leisure – und Workation an. Für Destinationen, Beherbergungsbetriebe, Tagungsstandorte und touristische Leistungsträger entstehen dadurch neue Chancen: Geschäftsreisende sind bereits vor Ort, nutzen bestehende Infrastruktur und können durch passende Angebote zu längeren Aufenthalten, zusätzlichen Buchungen oder späteren privaten Reisen motiviert werden.

Studien zeigen: Bleisure und Workation sind im Markt angekommen

Wie groß das Potenzial bereits ist, zeigt der Bleisure & Workation Monitor Deutschland 2026 der IU Internationalen Hochschule. Demnach nutzen bereits 44 Prozent der deutschen Geschäftsreisenden Bleisure Travel, weitere 59 Prozent planen in den kommenden zwölf Monaten einen Bleisure-Trip. Die durchschnittliche Verlängerung liegt bei zwei zusätzlichen Nächten. Auch Workation ist kein Nischenthema mehr: 22 Prozent der Befragten nutzen bereits entsprechende Angebote, mit einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von sechs Tagen. Besonders relevant für Destinationen ist der sogenannte Returner-Effekt: Laut Monitor kehren rund 64 Prozent der Bleisure- und Workation-Gäste später als private Urlaubsgäste in die Destination zurück.

Chancen auch jenseits der Großstädte

Die Ergebnisse machen außerdem deutlich, dass Bleisure und Workation nicht nur für Großstädte interessant sind. Der Monitor nennt als bevorzugte Workation-Ziele Küstenregionen mit 46 Prozent, Großstädte mit 34 Prozent und ländliche Regionen mit 30 Prozent. Damit bieten auch Regionen mit hoher Aufenthaltsqualität, Naturerlebnis, guter Erreichbarkeit und verlässlicher digitaler Infrastruktur gute Voraussetzungen. Gleichzeitig zeigt sich auf Angebotsseite noch eine deutliche Lücke: Rund 80 Prozent der befragten Beherbergungsbetriebe verfügen bislang über keine speziell auf Bleisure- oder Workation-Gäste zugeschnittenen Leistungen. Chancen liegen daher vor allem in sichtbaren, einfach buchbaren Angeboten wie Verlängerungsnächten, flexiblen Check-in- und Check-out-Zeiten, Coworking-Möglichkeiten, Rahmenprogrammen oder regionalen Erlebnisbausteinen.

Wirtschaftliches Potenzial für Destinationen und Betriebe

Auch die Studie „Bleisure-Reisen deutscher Geschäftsreisender“ des Bayerischen Zentrums für Tourismus bestätigt die wirtschaftliche Relevanz dieser Reiseform. Sie basiert auf einer repräsentativen Befragung von 3.000 deutschen Geschäftsreisenden zwischen 18 und 74 Jahren und zeigt: Bereits zwei Drittel haben mindestens einmal eine Geschäftsreise mit einem privaten Aufenthalt verbunden. Rund 38 Prozent der Bleisure-Reisen finden innerhalb Deutschlands statt, die private Verlängerung beträgt im Durchschnitt 3,1 Übernachtungen. Pro betrachteter Reise entfallen durchschnittlich rund 616 Euro der Gesamtausgaben auf den privaten Reiseanteil – wovon insbesondere Beherbergung, Gastronomie, Freizeit- und Kulturangebote profitieren. Zudem geben 38 Prozent der Bleisure-Reisenden an, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit später privat an den Ort ihrer Bleisure-Reise zurückkehren würden. Für den Tourismus bedeutet das: Bleisure und Workation sind konkrete Entwicklungsfelder an der Schnittstelle von Tourismus, MICE, Standortmarketing und moderner Arbeitswelt – und bieten die Chance, aus Geschäftsreisenden langfristige Gäste und regionale Botschafter zu machen.

Mehr zu den beiden Studien gibt es unter folgenden Links:



BEITRAG VOM:
22. Juli 2026

Kategorien:
Branchennews · Marktforschung


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