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Das neue Normal: Klimaanpassung – Hotel Stadt Aurich

Wie unbeständiges Wetter sich auf den Hotelbetrieb auswirkt, und wie Hotels sich darauf einstellen können, zeigt das Hotel Stadt Aurich.

Früher war das Wetter beständiger, ist sich Mareike Zägel, Eigentümerin und Leiterin des Hotels Stadt Aurich, sicher. Im zum Hotel gehörenden Restaurant tom Brook ist von Ende Mai bis Ende Oktober eigentlich Terrassensaison. Doch durch das wechselhafte Wetter ist es inzwischen kaum noch möglich, vorauszusagen, wann die Gäste auf der Terrasse Platz nehmen können. Und auch der Innenraum des Restaurants ist dem Wetter ausgesetzt: Durch die Glasfront heizt er sich an heißen Tagen stark auf.

„Das unbeständige Wetter macht es sehr schwierig, Reservierungen zu planen, denn wir wissen nie, ob wir die Terrassenplätze nutzen können oder nicht“, erklärt Zägel. Die Hotelchefin hat deshalb schon nachgerüstet, mit großen Sonnenschirmen auf der Terrasse, die sowohl heiße Sonnenstrahlen als auch leichten Regen abhalten.

Aber auch auf die Hotelbuchungen wirkt sich das wechselhafte Wetter aus. „Wir haben viele Wochenendgäste, und die buchen mittlerweile immer kurzfristiger. Oft erst drei, vier Tage im Voraus, wenn die Wettervorhersage einigermaßen verlässlich ist“, so die Hotelchefin. Das mache die Personalplanung sehr herausfordernd. „Verständlicherweise möchten meine Mitarbeiter ihre Dienstpläne zumindest zwei, drei Wochen im Vorfeld kennen. Damit wir auf die kurzfristigen Buchungsschwankungen reagieren können, haben wir den Personalstand erhöht. Wirtschaftlich tragfähig ist das aber nur, wenn wir mit Aushilfen arbeiten.“

Damit auch die Mitarbeiter besser mit den Wetterbedingungen zurechtkommen, hat Mareike Zägel in neue Uniformen investiert. „Früher hatten unsere Uniformen standardmäßig ¾-Ärmel. Heute können die Mitarbeitenden selbst wählen, ob sie kurz- mittel- oder langärmelige Oberteile tragen wollen, dazu gibt es für jeden eine Weste.“ Auch das Küchenpersonal hat leichtere, gut belüftete Sommerjacken bekommen. Die alten Gasherde wurden durch Induktionskochfelder ersetzt, was für ein angenehmeres Küchenklima sorgt. Für Kühlung in den Gästezimmern sorgen Thermo-Vorhänge, die die Sonnenstrahlen abhalten.

Aber Hitze ist nicht das einzige Wetterphänomen, dem das Hotel ausgesetzt ist. „Wenn starker Wind Regen aufs Gebäude drückt, dann ist das keine gute Kombination“, so Zägel. Besonders, wenn der Regen plötzlich nach einer Trockenphase auftritt und das Wasser im ausgetrockneten Boden nicht versickern kann. Damit kein Wasser ins Gebäude eindringt, hat die Hotelchefin 2022 eine Drainage rund ums Gebäude verlegen lassen. „Im Garten haben wir Drainagerohre verlegt und mit Kies bedeckt, sodass das Wasser versickern kann. Wo kein Garten ist, haben wir Rinnen eingebaut, die das Wasser in die Kanalisation ableiten.“

All  diese Maßnahmen zur Klimaanpassung sind auch immer mit Investitionen verbunden, aber da führt laut Mareike Zägel kein Weg dran vorbei. „Ja, es sind viele Maßnahmen, aber sie sind notwendig, um den normalen Betrieb aufrechtzuerhalten. Irgendwann geht es einem in Fleisch und Blut über und kommt einem gar nicht mehr so viel vor. Wenn man etwas renoviert oder erneuert, muss man ohnehin immer schauen, was die beste Lösung ist, und da ist es einfach nur sinnvoll, über klimaangepasste Maßnahmen nachzudenken.“

3 Fragen an Mareike Zägel, Eigentümerin und Geschäftsführerin Hotel Stadt Aurich

Frau Zägel, von Regendrainage bis Thermovorhang: Was bekommen die Gäste von Ihren Bemühungen zur Klimaanpassung mit?

Im Idealfall nichts. Nehmen wir die Drainage: Die ist ein reiner Gebäudeschutz und soll nicht auffallen, sondern verhindern, dass Wasser eindringt, was dem Gast ganz sicher auffallen würde. Deshalb lässt sich das Thema Klimaanpassung auch nur schwer an den Gast kommunizieren, denn die Maßnahmen dienen vor allem dazu, die Erwartungen der Gäste zu erfüllen. Wenn ich in einem Hotel übernachte, will ich mich wohlfühlen, und das geht nicht, wenn zum Beispiel das Zimmer zu heiß ist.

Wie kommunizieren Sie das Thema an Ihr Team?

Vieles kommt einem inzwischen schon ganz normal vor. Wir sprechen im Team hauptsächlich darüber, wenn sich etwas ändert, damit die neuen Maßnahmen auch funktionieren. Zum Beispiel müssen die Thermovorhänge in den Zimmern zugezogen sein, damit sie die Hitze abhalten. Das müssen natürlich alle Mitarbeiter wissen und auch umsetzen. Ich bin immer froh über Ideen von den Mitarbeitern, wie wir noch besser werden können. Mitgestaltung ist mir sehr wichtig.

Neben der Klimaanpassung spielt auch der Klimaschutz im Hotelgewerbe eine immer wichtigere Rolle. Welche Maßnahmen setzen Sie in diesem Bereich um?

Wir haben E-Ladesäulen sowohl für Autos als auch für Fahrräder installiert. Toll wäre, wenn mehr Gäste mit dem ÖPNV kämen, aber Aurich hat keinen Bahnanschluss, darum ist das nicht praktikabel.

Wir geben unseren Gästen außerdem die Möglichkeit, auf die Zimmerreinigung zu verzichten und wechseln Bettwäsche und Handtücher nur bei Bedarf. Unser Frühstücksbuffet haben wir müllfrei umgestellt, indem wir zum Beispiel auf Portionsverpackungen verzichten. Und auch das Lieferantenportfolio in unserer Küche haben wir angepasst und setzen soweit wie möglich auf regionale Lieferanten.

Hotel Stadt Aurich

Hoheberger Weg 17

26603 Aurich

Telefon: +49 4941 4333 000

E-Mail: iinfo@hotel-stadt-aurich.de

Website: hotel-stadt-aurich.de/



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