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Teilen und bewahren – Ferienhof Maria Rast

Auf dem Hof Maria Rast wird Gemeinschaft großgeschrieben. Mitten in der Natur kommen Gäste und Bewohner:innen zur Ruhe.

Zwischen Hamburg, Soltau und hundert großen Eichen liegt der Ferienhof Maria Rast. Der ehemalige Bauernhof diente zwischenzeitlich als Jugendherberge. 2021 haben sich vier Familien zusammengetan, den Hof gekauft und zu einem Wohnprojekt mit 15 Wohnungen umgebaut. Vier Gästezimmer und vier Tiny Houses laden Besucher:innen ein, an diesem ungewöhnlichen, idyllischen Ort zu übernachten. 

Eine große Gemeinschaftsküche, eine Bibliothek, eine zur Spielhalle umfunktionierte Kapelle und der riesige Park: besonders für Familien mit Kindern ist Maria Rast ein Paradies. „Wir sind in erster Linie Wohnprojekt, und erst in zweiter Linie Beherbergungsbetrieb. Uns war es wichtig, ein bezahlbares Angebot für Familien mit vielen Kindern zu schaffen“, erzählt Thomas Reddig, Bewohner und Manager von Maria Rast. Eine Familie mit vier Kindern zahlt auf dem Ferienhof 60 Euro pro Nacht – kein Vergleich zu den Unterkunftspreisen im nahen Hamburg. 

Die vier Tiny Houses haben die Bewohner von Maria Rast selbst gebaut. „Mein Sohn und mein Schwiegersohn, die auch hier wohnen, sind Handwerker, das war auch bei der Renovierung des Hauptgebäudes sehr praktisch. Für die Tiny Houses haben wir bei unserem Nachbarn 60 Bäume gekauft und dann daraus die Häuser gebaut.“ Die Bäume haben sie dabei restlos verbraucht: Aus kleineren Ästen, die für die Tiny Houses nicht zu gebrauchen waren, wurden zum Beispiel Zäune.  

Dinge komplett zu verbrauchen oder wiederzuverwerten: Für Thomas Reddig ist das ein essenzielles Kriterium für Nachhaltigkeit. Das können Kleinigkeiten sein, wie eine Bibliotheksleiter, die aus zwei alten Hochbettleitern zusammengebaut wird, oder ein alter Wassertrog, der jetzt als Waschbecken dient. Aber auch bei der großen Renovierung haben die Familien wiederverwendet, was geht. „Wir haben zum Beispiel unseren Bauschutt nach Materialien getrennt in Containern gesammelt. Dann haben wir ihn im Nachbardorf schreddern lassen und als Unterbau für neue Wege auf dem Gelände benutzt“, erzählt Reddig. Dass das am Ende sogar mehr gekostet hat, als neuen Schotter zu kaufen, nimmt er gerne in Kauf. „Nachhaltig leben heißt für uns: Benutzen, was schon da ist, und nichts unnötig neu kaufen. Und das teilen wir auch mit unseren Gästen.“ 

3 Fragen an Thomas Reddig

Herr Reddig, Sie leben auf Maria Rast ein sehr klares Verständnis von Nachhaltigkeit. Wie kommt das bei Ihren Gästen an? 

Es gibt viele Menschen, die es grundsätzlich erstmal toll finden, was wir machen. Wenn es an die Details geht, finden aber viele es auch schnell nicht mehr so toll. Wir bitten zum Beispiel die Gäste, ihre eigene Bettwäsche mitzubringen, denn die Wäscheberge, die nach ein oder zwei Übernachtungen entstehen, sind für uns das Gegenteil von nachhaltig. Auch eine Gemeinschaftsküche oder ein Gemeinschaftsbad finden viele auf den zweiten Blick nicht so toll. Das ist für uns aber ein essenzieller Bestandteil unseres Zusammenlebens hier, und wer sich nicht darauf einlassen kann, ist bei uns falsch aufgehoben. 

Wie erklären Sie Ihren Gästen das besondere Konzept ihres Wohnprojekts? 

Meine Frau nimmt alle Gäste persönlich in Empfang und zeigt ihnen Haus und Gelände. Dabei erzählt sie davon, wie wir alle gemeinsam Maria Rast gekauft und umgebaut haben, und wie wir hier leben. Sie zeigt auch, wo im Haus wir überall Dinge wiederverwendet haben. Das finden viele Gäste sehr spannend. 

Was finden Ihre Gäste sonst noch bei Ihnen? 

Zum einen ganz viel Platz zum Spielen und Entdecken, drinnen und draußen. Und zum anderen Ruhe und Entschleunigung. Bei uns gibt es bewusst keine Fernseher. Das finden manche Gäste auch irritierend, aber wir sehen gerade an den Kindern, wie sie hier bei uns regelrecht aufblühen. Viele Familien kommen zu uns, weil sie einen Ausflug in den Heidepark Soltau machen wollen. Das lustige ist, dass viele Kinder da dann gar nicht mehr hin wollen, weil es hier bei uns einfach so viel zu entdecken gibt. 

Ferienhof Maria Rast 

Am Lahbusch 2 | 29556 Suderburg-Holxen 

Ferienhof, 1 Zimmer, 2 Tiny Houses 

Nachhaltigkeitszertifikat: Landgrün 

E-Mail: info@maria-rast-suderburg.de

Website: maria-rast-suderburg.de/



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Kategorien:
Ökologische Bauweise
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