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Große Visionen mit kleinem Fußabdruck – FREIgeist Hotelgruppe

Urheber: FREIgeist Hotels

Jörg Treichel ist seit drei Jahren Nachhaltigkeitsmanager der FREIGeist-Hotelgruppe. Er erklärt, wie Nachhaltigkeit in mehreren Häusern mit einer zentralen Verwaltung funktioniert.

Aus 522 Zimmer in 5 verschiedenen Häusern besteht die private Hotelgruppe FREIgeist. Zu ihnen gehören die 4-Sternehotels in Einbeck, Northeim, Göttingen Innen- und Nordstadt, sowie das 5-Sterne Schwesterhotel Hardenberg BurgHotel. Rund 400 Mitarbeitende gehören zum FREIgeist-Team und setzen die von der zentralen Hotelverwaltung geplanten nachhaltigen Praktiken um. Überdacht werden diese Praktiken von Jörg Treichel, der als Nachhaltigkeitsmanager alle Häuser im Auge behält. Erfahrung konnte er in seinen 15 Jahren als Eigentümer eines Bio-Hotels sammeln. 

Nachhaltigkeit bedeutet für Treichel und die Hotelgruppe vorausschauend zu handeln, um eine enkelfreundliche Zukunft zu sichern. Gleichzeitig lebt der Nachhaltigkeitsmanager nach dem Prinzip, dass keine positive Handlung zu klein ist, um eine Wirkung zu entfalten: „Früher hielt ich alles für Greenwashing, was nicht zu 100 % bio war. Jetzt ist mir bewusst, dass das nicht stimmt. Angesichts des Klimawandels und all dessen, was uns in Zukunft bevorsteht, ist es wichtig, jetzt zu handeln – egal, ob im Kleinen oder im Großen.“ 

Manchmal sind nachhaltige Entscheidungen in der Hotelgruppe mit Investitionen verbunden, etwa für den Kauf neuer Duschköpfe mit geringerem Wasserverbrauch, für die Installation von Photovoltaikanlagen oder das Anlegen von Bienenstöcken und Blühstreifen zur Förderung der Biodiversität. 

Ansicht des Außengeländes und Gebäude des Hardenberg BurgHotelsUrheber: FREIgeist

Und manchmal bedeutet es aufwendige Recherchearbeit, zum Beispiel, um einen Lebensmittelproduzenten zu finden, der ein Mehrwegsystem nutzt. „Das war gar nicht so einfach, denn diese doppelten Plastikverpackungen – selbst für Obst und Gemüse – sind Teil der europäischen Verpackungsverordnung. Ein Jahr intensiver Gespräche war nötig, um die meisten Lieferungen in Mehrweg-Kisten zu erhalten, erklärt Treichel. Im Rahmen ihrer Climate Partner-Zertifizierung haben sich die FREIgeist Hotels außerdem zur Aufgabe gemacht, ihre CO2 Emissionen genau zu dokumentieren, zu senken und danach durch ein Klimaprojekt in Indien auszugleichen.  

Nur 14,57 kg CO2 fallen bei einer Übernachtung eines Gastes an. (Stand 2023) 

Bild des Hotels FREIgeist Wald Hotel Golf mit grünem Baum im VordergrundUrheber: Sebastian Böttcher

In den FREIgeist-Hotels wird jedoch nicht nur auf ökologische Nachhaltigkeit geachtet; auch soziale Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle. Mit der Tafel und ihrem Lebensmittellieferanten hat die Hotelgruppe ein System entwickelt: Jeden Monat kann die Tafel jene Lebensmittel bestellen, die ihre Kund:innen am nötigsten brauchen. Mit ihrem American-Foodtruck, aus dem sie Kuchen und Bowls verkauften, sammelte die Hotelgruppe während der Flüchtlingswelle aus der Ukraine Geld und Flüchtende konnten in den Hotelzimmern unterkommen. Zudem haben Mitarbeitende dank der hotelinternen Akademie die Möglichkeit, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Mit Sprachkursen, Rhetorik- und Kommunikationsseminaren, Kochkursen, Input über Digitales Marketing sowie Workshops zu agilem und wertschätzendem Führen kann sich das FREIgeist-Team stets weiterbilden – das ist ein großer Erfolg.  

Besonders am Herzen liegt Treichel der ehrliche Umgang mit den erreichten Zielen. Falls ein sorgfältig ausgearbeiteter Nachhaltigkeitsbericht einmal keine positive Bilanz aufweist, ist es ihm dennoch wichtig, dies offen mit den Gästen zu kommunizieren. „Nachhaltigkeit ist nicht immer nur angenehm. Jeder Haushalt produziert Müll, verbraucht Wasser und Strom und belastet das Klima. Man sollte sich einfach immer fragen, wie sich dieser Verbrauch optimieren lässt.“ Nachhaltigkeit kann nur gelingen, wenn sowohl über Erfolge als auch über Herausforderungen offen und glaubwürdig gesprochen wird. 

Drei Fragen an Nachhaltigkeitsmanager Jörg Treichel

Welchen Vorteil hat es, seinen CO2-Fußabdruck zu berechnen?  

Das Gute ist, dass man überhaupt erst einmal sieht, was im Hotel funktioniert und an welchen Stellen man den Ressourcenverbrauch noch optimieren kann. Man sammelt eine Menge Daten: wie viel Gas, Öl, Strom, Wasser wird verbraucht? Wie viele Kilometer legen die Mitarbeitenden täglich zurück, um in die Arbeit zu kommen, welche Verkehrsmittel verwenden sie? Man schaut sich auch seine Stromrechnung genauer an. Ich habe erst bei der Abrechnung eines früheren Hotels gesehen, dass unser damaliger Stromanbieter Atomstrom im Strommix hat. Das wollten wir natürlich nicht und wir haben zu 100% Grün Strom gewechselt.

Bildportrait von Jörg Treichel von der FREIgeist Hotelgruppe. Er trägt einen schwarzen Pullover vor einem schwarzen Hintergrund.

Energieautarkie spielt für uns bei ständig steigenden Energiepreisen eine wichtige Rolle. Wir investieren stetig in erneuerbare Energien und haben zu diesem Zweck auch eine PV-Anlage auf dem Dach eines unserer Hotels gebaut und konnten so dort unseren Stromeinkauf signifikant senken. 

Sich zertifizieren zu lassen, bringt auch einen Wettbewerbsvorteil mit sich. Als Tagungshotel nehmen wir an Ausschreibungen teil, bei denen wir bestimmte Anforderungen erfüllen müssen. Große Unternehmen entscheiden anhand dieser Anforderungen, welches Hotel sie für ihre Veranstaltungen wählen. Speziell mit dem Nachhaltigkeitsbericht, der für Unternehmen ab 2026 verpflichtend ist, wird es auch zum wirtschaftlichen Interesse für Hotels, sich nachhaltiger aufzustellen.  

Als 4- und 5-Sternehotels haben Gäste bestimmte Erwartungen an die Dienstleistung, die sie in den FREIgeist-Hotels erhalten. Muss man zwischen Nachhaltigkeit und diesen Erwartungen abwägen?  

Nein, aber genau das ist das allgemeine Denken als Dienstleister: Wie ist die Kundenerwartung. Aber die meisten Dinge, die man denkt zu brauchen, suggeriert einem nur die Werbung. Als Unternehmer:in hat man die Freiheit zu bestimmen, was es gibt. In unserem südamerikanisch-japanischen Restaurant verwenden wir frischen Thunfisch für das Sushi. Diesen bekommen wir leider nicht nachhaltig und biozertifiziert zu kaufen. Sollte das auch in der Zukunft so bleiben, könnten wir überlegen Thunfisch aus dem Sortiment zu nehmen. 

Welche Tipps haben Sie für Hotels, die in Zukunft nachhaltiger agieren möchten?  

Wenn es sich um ein kleineres Unternehmen handelt, das keine:n Nachhaltigkeitsmanager:in einstellen möchte, empfehle ich, aus den Mitarbeitenden ein Team zu bilden, das sich mit der Optimierung des Unternehmen auseinandersetzt. In regelmäßigen Treffen kann dieses Team herausarbeiten, wie sie die Ressourcenverbräuche verringern können und sich an anderen Maßnahmen ausprobieren. Anfangen kann man dabei mit Maßnahmen, die viele bereits zuhause machen. Nachhaltiger zu werden, muss nicht kompliziert sein.  

FREIgeist-Hotelgruppe  

Daimlerstraße 2 | 37075 Göttingen 

4* (FREIgeist Hotels) + 5* (Hardenberg BurgHotel), 522 Zimmer 

Nachhaltigkeitszertifikate: Green-Sign, Climate Partner, bio-zertifiziert  

Telefon: +49 551 30381780

E-Mail: office@freigeist-friends.com

Website: freigeist-hotels.de



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Kategorien:
Energie und CO2
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Nachhaltige Betriebsführung
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