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Bio-Camping ohne Buchsbäume – Hotel 11 Eulen

Urheber: Arek Marud

Auf dem Uhlenköper-Camp befindet sich das Hotel 11 Eulen, das ausschließlich aus natürlichen Baustoffen errichtet wurde.  Die Geschwister Thomas Körding und Michaela Paul sind Pioniere im nachhaltigen Tourismus.

Als das Uhlenköper-Camp 2021 das neue Hotel- und Hauptgebäude eröffnete, besuchte ein Kamerateam der NDR-Nordreportage den Urlaubsort etwas außerhalb vom Zentrum Uelzen in der Metropolregion Hamburg. Das Besondere am neuen Gebäude? Es ist komplett ökologisch erbaut, ganz ohne Bauschaum, ohne PVC-Kabel oder andere synthetische Stoffe. „Man spürt das gleich, wenn man in das Gebäude hineinkommt,“ davon ist Thomas Körding, der den Campingplatz mit seiner Schwester leitet, überzeugt. Bei dem Neubau ging es ihnen jedoch nicht nur um nachhaltige Baustoffe und fossilfreie Heizsysteme, sondern auch darum, dass es schön wird: „Auch wenn das vermutlich nicht zur Nachhaltigkeit dazugehört, finde ich wichtig, dass man sich wohlfühlt in dem Haus.“ Für Thomas Körding gehen Qualität und Nachhaltigkeit Hand in Hand, denn das Wichtigste ist immer der Gast, der auf nichts verzichten muss, auch wenn Nachhaltigkeit am Uhlenköper-Camp offen und ehrlich gelebt wird.  

Urheber: Arek Marud

Von den Vollholzmöbeln, über die Matratzen bis hin zu den Vorhangstoffen und der Bettwäsche: in der Inneneinrichtung setzt sich der ökologische Gedanke fort. Außerdem werden keine chemischen Putzmittel oder Duft-Sprüher verwendet. In einem konventionellen Haus könne der Geruch einen erdrücken, meint Thomas Körding. Das ist im Hotel 11 Eulen dank der ökologischen Bauweise, die obendrein Allergikerfreundlich ist, nicht der Fall. Hier sorgen die Duftstoffe im Holz von allein für ein angenehmes Geruchsklima. 

100% der Baustoffe des Hauptgebäudes sind biologisch abbaubar.

Ressourcenschonend und nachhaltig zu agieren ist auch das private Credo von Thomas Körding und seiner Schwester. Nur so könne man auf Dauer den Planeten erhalten, ist das Führungsduo von Hotel und Campingplatz überzeugt. Trotzdem näherten sich die beiden nach der Übernahme des Campingplatzes von ihrem Vater erstmal langsam an den jetzigen Nachhaltigkeitsstandard heran. Zuerst kümmerten sie sich um wassersparende Maßnahmen, verbesserten die Dämmung, entschieden sich für Öko-Strom: Alles Maßnahmen, von denen der Gast nicht direkt etwas mitkriegt. Das mache es leichter, sie umzusetzen. Doch das war den Geschwistern noch nicht genug. Heute kauft man im Unverpackt-Laden am Campingplatz nur Bio-Lebensmittel, hauptsächlich von den Bauern aus der Umgebung, und auch das Camping-Bistro serviert seinen Gästen ausschließlich Bio-Ware.  

3 Fragen an Thomas Körding  

Öko-Camping und Urlaub wird immer mehr zum Trendwort. Bringt das für Sie als Familienbetrieb und Vorreiter im nachhaltigen Tourismus eher Vor- oder Nachteile mit sich?  

Ich würde sagen, es bringt Vorteile mit sich. Wenn man seine Zielgruppe gut definiert und alle diejenigen kommen, die gut finden, was wir hier machen, dann sind wir mehr als gut ausgelastet. Dadurch kommen auch mehr Menschen, als wenn man versucht, alle anzusprechen, aber niemanden wirklich adressiert. Anfangs sind die Leute gekommen, ohne zu wissen, was sie erwartet. Heute kommen die Leute, weil sie auch im Urlaub nachhaltig leben möchten. Jetzt wo es ein Trend ist, sehe ich für mich keine Nachteile. Für mich ergibt sich dadurch die Gelegenheit, darüber sprechen zu dürfen und anderen Betrieben unsere Herangehensweise zu zeigen. Der Kampf für unseren Planeten ist kein Einzelkampf.  

Wie vermittelt ihr euren Gästen vor Ort eure nachhaltigen Praktiken?  

Wir betreiben keine dogmatische Gästeerziehung. Wir verbieten niemandem, konventionelle Lebensmittel zu essen oder gewöhnliches Bier zu trinken. Wir möchten die Menschen nicht belehren, aber wir bieten eben nur Bio-Ware an. Das fällt den Gästen bereits auf. Auch die Gestaltung des Campingplatzes macht darauf aufmerksam, dass es sich nicht um einen konventionellen Betrieb handelt. Es gibt Wildblumenwiesen, die Kinderspielgeräte sind aus Holz selbstgebaut und es gibt nur einheimische Pflanzen, keine Buchsbäume.  

Urheber: Arek Marud

Welche Tipps würden Sie einem Betrieb geben, der auf mehr Nachhaltigkeit achten möchte?  

Der erste Schritt wäre, sich seinen Betrieb anzusehen und sich zu fragen: Wo kann ich meine Nachhaltigkeit ausbauen? Man sollte Workshops machen und auch lernen, seine Mitarbeitenden mitzunehmen. Es nützt nämlich nichts, eine solche Umstellung nur von oben herab zu machen. Alle Mitarbeitenden müssen davon überzeugt und darin eingebunden sein. Technische Voraussetzungen, wie sich seine Energiestruktur anzusehen, sind einfacher umzusetzen, weil es dafür genug Hilfe gibt. Aber die Softfacts – Mitarbeitende mitnehmen, Gäste mitnehmen, die richtige Kommunikation – all das ist nicht so einfach.  

Urheber: Arek Marud

Hotel 11 Eulen/Uhlenköper-Camp 

Festplatzweg 11 | 29525 Uelzen  

Hotel und Camping, 9 Zimmer  

Nachhaltigkeitszertifikate: TourCert, Nachhaltig Niedersachsen, Bio Hotel, Ecocamping, klimaneutral  

Telefon: +49 581 73044

E-Mail: info@uhlenkoeper-camp.de

Website: uhlenkoeper-camp.de

Noch mehr über das Hotel 11 Eulen und das Uhlenköper-Camp: instagram.com/uhlenkoepercamp/



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Kategorien:
Nachhaltige Betriebsführung
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Ökologische Bauweise
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