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Ausstellungen und Museen

Ausstellungen und Museen haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert, weg von langen Infotafeln hin zu Interaktion und Erlebnis. Im digitalen Zeitalter sind Informationen überall verfügbar. Ausstellungen regen zum Denken an, ermöglichen Auszuprobieren, Anzuregen und zu Verstehen. Davon profitieren nicht nur Kinder, auch für Erwachsene wird der Museumsbesuch so zu einem Erlebnis. Viele Einrichtungen in Niedersachsen begeistern mit tollen Ideen – im Folgenden finden Sie einige Anregungen.
Unser Tipp: Schauen Sie sich die Ausstellungen am besten selbst an. Wir können nur ausgewählte Beispiele vorstellen und es gibt so viele tolle Ideen für Kinder – da bringt das Testen selbst Erwachsenen Spaß.

Maskottchen als Begleiter Oft sind nicht alle Bereiche einer Ausstellung für Kinder geeignet. Ein Maskottchen hilft Kindern für sie interessante Themen zu entdecken:

  • Im Ostfriesischen Teemuseum finden Kinder Tippi die Teemaus auf Klapptafeln im Museum. Sie erklärt kindgerecht Wissenswertes zum Thema Tee. Kleine Kinder können Tippis Verstecke suchen und zählen. Für Kinder ab 6 Jahren gibt es eine Rallye, bei der Tippis Verstecke Antworten auf die Rallye-Fragen geben.
  • Im RPM  Hildesheim suchen Kinder den Papagei Niko in der Ausstellung. Ein Forscherheft begleitet die Suche. In jedem Themenbereich verrät der Papagei einen Buchstaben, der zum Lösungswort im Forscherheft führt.
  • Im Museum Windstärke 10 führt Otto der Dampfer durch das Museum und ist an allen Mitmach-Stationen zu finden.
Ausstellungsvitrine mit einem Lego-Nachbau eines Palastes. Der Papagei Nico verrät den Buchstaben "S" für das Lösungswort im Forscherheft.

Was macht eine gute Rallye aus? Bei einer umfangreichen Ausstellung reicht die Aufmerksamkeit der Kinder oft nur für einen Teil der Exponate. Eine Rallye führt Kinder (und Erwachsene) gezielt zu jenen Stellen, die für sie besonders spannend sind.  Dabei kann die Rallye durch den gesamten Bereich führen oder nur ein ausgewähltes Themengebiet abdecken. Fragen ermuntern Kinder genau hinzuschauen, geben spielerisch Hintergrundinfos und wecken Neugier. Dabei sind ein paar Tricks zu beachten.

  • Für welches Alter ist die Rallye? Das Alter der Kinder ist entscheidend für Themenauswahl, Sprache, Gestaltung und Komplexität der Fragen. Die Zielgruppe muss daher zuerst festgelegt werden. Einige Einrichtungen bieten unterschiedliche Rallyes für Grundschüler, Jugendliche und Erwachsene an.
  • Der rote Faden Was motiviert die Kinder, alle Fragen zu beantworten? Im Forscherheft des RPM Hildesheim finden Kinder bei jeder Station einen Buchstaben für das Lösungswort. Im Museum Windstärke 10 in Cuxhaven füllen die Kinder ihr „Seefahrtsbuch“, um ein richtiger Matrose zu werden. Auch kann die Beantwortung einer Frage den Hinweis zur nächsten Station geben.  Vielleicht gibt es am Ende eine Urkunde für die richtigen Antworten oder eine kleine Belohnung?
  • Rätselspass Dem Alter entsprechend sollten die Fragen nicht zu einfach aber lösbar sein und dazu anregen, sich mit dem Thema zu beschäftigen.
    „Unser Bild unten zeigt die Schale mit der Göttin Athene. Hier haben sich 6 Fehler eingeschlichen. Kannst du sie finden und einkreisen?“ (RPM Hildesheim)
    Im Museum Windstärke 10 ist eine Morsebotschaft versteckt „Hast du die verschlüsselte Botschaft auflösen können?“
    „Testet eure Reaktionszeit. Wie schnell könnt ihr auf die leuchtenden Knöpfe drücken? Notiert euch die angezeigte durchschnittliche Reaktionszeit: __“ Phaeno Wolfsburg
  • Verfügbarkeit: Oft werden die Rallyes an Schulklassen und Kindergruppen ausgeteilt. Doch auch für einzelne Familien sind Rallyes ein schöner Mehrwert.
  • Print-Gestaltung: Als hübsches Heft gebunden, kann die Rallye zu einem schönen Mitbringsel werden. Doch auch ein einfacher PDF-Ausdruck kann Rätselspaß bieten und ist schnell und kostengünstig umgesetzt.
  • App-geführte Rallye: Im PS-Speicher Einbeck werden Kinder mithilfe der App Actionbound und einer eigens entwickelten Rallye mit dem Roboter TeRo durch die Ausstellung geführt. Gegen ein geringes Entgelt erhalten Eltern zwei QR-Codes, um zunächst die App herunterzuladen und dann die zugehörige Rallye zu öffnen. Der Roboter bildet die Rahmengeschichte, indem die Kinder Aufgaben erfüllen, helfen Sie dem Roboter zurück nach Hause. Zu jedem Thema gibt es eine Hör-Einführung in der App, dann müssen die Kinder Fragen beantworten, Hands-On-Stationen testen oder auch Codes scannen und Fotos hochladen.

Kinder-Rallyes

Beispiele für verschiedene Kinder-Rallyes in Museen
Stempelstation mit Otto Dampfer im Museum Windstärke 10, Cuxhaven

Mitmach-Stationen, auch „Hands-On“ genannt, vermitteln Themen interaktiv und laden Besucher zum Mitmachen ein. Nicht nur für Kinder werden Themen dadurch besser verständlich. Einige Museen wie das phaeno Science Center setzen ausschließlich auf interaktive Ausstellungselemente. Doch viele Museen, Parks und Themenwege binden diese Elemente an geeigneten Stellen ein.

Für die Planung einer Mitmach-Station helfen folgende Fragestellungen:

  • Welche Themen eignen sich für das Hands-On?
  • Welche Inhalte wollen wir vermitteln?
  • Welche Altersgruppe möchten wir erreichen, Kinder, Erwachsene oder beide?
  • Ist die Station allein nutzbar oder für mehrere Besucher gedacht?
  • Welche Sinne sprechen wir an?
  • Ist die Station stabil genug für die dauerhafte Nutzung?
  • Sind alle Sicherheitsaspekte berücksichtigt und Verletzungsgefahren ausgeschlossen?

Beispiele aus Museen in Niedersachsen sind vielfältig. Die folgenden Bilder bieten Ideen für verschiedene Themenbereiche und Sinneseindrücke.

Wie viel wiegt ein nasses Stück Torf, wie viel ein trockenes? Moor erleben im Naturparkhaus Mardorf.

Spielstation im PS-Speicher in Einbeck: Vier Stationen treiben die Kugelbahn an.

Auf dieser Werkbank im Fagus Werk Alfeld können Gäste selbst Schuhleisten modellieren.

Im Bergbau- und Salzmuseum in der Saline, Bad Salzdetfurth, steht eine alte Signalanlage. Wer traut sich den Hebel zu bedienen…?

Fangkontrolle der Pappfische. Welche Arten hat der Kapitän gefangen, sind sie groß genug, dass der Kapitän sie fangen darf?

Am Tisch der Erinnerungen im RPM Hildesheim notieren Gäste ihre Erinnerungen an Küchengeschichten, Lieblingsrezepte oder Kocherlebnisse und teilen diese mit anderen Gästen.

Verstecke für Kinder sind eine tolle Abwechslung. In die Hörstationen im PS-Speicher passen nur Kinder – hier können sie z.B. dem Sandmännchen lauschen oder auf einem kleinen Fernseher lustige Videos zum Ausstellungsthema ansehen. In großen Museen tut so eine Pause richtig gut.

Der kleine Tunnel im Klimahaus Bremerhaven ist ein Geheimweg nur für Kinder. Das macht den Raum gleich viel spannender!

Hörstation im PS-Speicher in Einbeck
Krabbeltunnel im Klimahaus Bremerhaven

Spielpausen erwünscht! In Museen, Ausstellungen und Themenwegen gibt es für Kinder viel Neues zu entdecken. Das bringt Spaß, ist aber auch erschöpfend. Spielplätze und kleine Spielelemente sorgen für Bewegung und Ablenkung. Während die Eltern sich noch den Themen widmen, können Kinder hier Energie auftanken für die nächste Station.

Themenbezogene Spielbereiche vermitteln Lerninhalte ganz nebenbei und sind ein echter Hingucker. Im Museum Windstärke 10 fahren Kinder im Spiel-U-Boot, bei der Erlebniswelt Hannover Airport kann man Check-In und Gepäckkontrolle im Spielplatz-Nachbau durchlaufen.

Spiele-U-Boot mit großer Glasscheibe und Sitzkissen im Museum Windstärke 10
Spielplatz der Erlebniswelt Hannover Airport mit Fluganzeigetafel, Gepäckkontrolle und Spiel-Flugzeug

Nicht nur für ältere Menschen, auch für Kinder sind Sitzgelegenheiten wichtig. Diese können in die Ausstellung integriert werden. So laden im Bergbau- und Salzmuseum in der Saline breite Holzflächen um die Vitrinen ein sich niederzulassen und die ausgestellten Steine in Ruhe zu betrachten. Dazu liegen Bücher und Hefte zum Blättern aus.

Große Holz-Sitzfläche um eine Vitrine im Bergbau- und Salzmuseum in der Saline in Bad Salzdetfurth
Maltisch im Fagus-Werk in Alfeld mit Wandplakat "Male deinen Traumschuh"

Mal- und Baustein-Stationen im Fagus-Werk in Alfeld stehen für eine kreative Pause bereit. Hier können Kinder im Schuhmuseum ihren Traumschuh zeichnen oder anhand von Holz-Bausteinen die Architektur des UNESCO-Weltkulturerbes selbst ab- und aufbauen.

GESA POLSTER

Qualitätsmanagerin Kinderferienland Niedersachsen

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