Natur erleben – auch mit Mobilitätseinschränkungen: Wie das gelingen kann, zeigt der Baumwipfelpfad Harz in Bad Harzburg. Am gestrigen Dienstag haben Vertreterinnen und Vertreter des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums den zertifizierten Pfad gemeinsam mit der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen und Mitgliedern des Landesbeirats für Menschen mit Behinderungen besucht. Begleitet wurden die Teilnehmenden von Eva-Christin Ronkainen-Kolb, Geschäftsführerin der HarzVenture GmbH.
Der Besuch ist Teil einer Maßnahme des niedersächsischen Aktionsplans Inklusion für mehr Barrierefreiheit im Tourismus. Dafür werden nach „Reisen für Alle“ zertifizierte Betriebe und ausgewählte Praxisbeispiele aus Sicht von Menschen mit Behinderungen betrachtet. Nach dem Auftakt in einem Wolfsburger Hotel war der Baumwipfelpfad die zweite Station. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Natur- und Freizeitangebote möglichst barrierearm zugänglich gemacht werden können.
Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne: „Der Baumwipfelpfad Harz zeigt eindrucksvoll, wie aus einer guten Idee durch unternehmerisches Engagement, Mut zu Investitionen und gezielte Förderung eine touristische Erfolgsgeschichte entstehen kann. Gleichzeitig zeigt er, wie sich Naturerlebnisse möglichst barrierearm gestalten lassen. Solche Angebote stärken Bad Harzburg und den gesamten Harz. Sie stehen für einen modernen, nachhaltigen und inklusiven Tourismus in Niedersachsen.“
Dr. Andreas Philippi, Niedersächsischer Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung: „Barrierefreiheit ist nicht nur eine Frage der Zugänglichkeit, sondern ein grundlegendes Menschenrecht, das wir konsequent in allen Lebensbereichen, insbesondere im Tourismus, verankern müssen. Der Baumwipfelpfad Harz zeigt beispielhaft, wie Inklusion in der Praxis gelingt, wenn Angebote von Anfang an so gestaltet werden, dass sie möglichst vielen Menschen offenstehen. Solche Projekte sind essenziell, um gesellschaftliche Teilhabe zu fördern und Inklusion auch im Tourismus zu stärken. So wird Reisen für Alle möglich und macht Spaß.“
Der Baumwipfelpfad wurde 2015 als erster seiner Art in Niedersachsen eröffnet. Er führt auf rund 1.000 Metern Länge durch die Baumkronen des Kalten Tals – in bis zu 26 Metern Höhe. Eine geringe Steigung und entsprechende Wegeverbindungen erleichtern Menschen mit Mobilitätseinschränkungen die Nutzung.
„Reisen für Alle“ stuft den Pfad als „teilweise barrierefrei für Menschen mit Gehbehinderungen und Rollstuhlfahrer“ ein. Beim Rundgang standen die Zugänglichkeit, die Wegeführung und die Informationen für die Gäste im Mittelpunkt. Anschließend tauschten sich die Beteiligten über die Anforderungen an barrierearme Natur- und Freizeitangebote aus.
Eva-Christin Ronkainen-Kolb, Geschäftsführerin der HarzVenture GmbH: „Barrierefreiheit ist für uns ein wesentlicher Bestandteil eines guten Besuchserlebnisses. Der Baumwipfelpfad soll Menschen unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen die Möglichkeit bieten, die Natur des Harzes aus einer besonderen Perspektive zu erleben. Der gemeinsame Austausch vor Ort liefert wertvolle Impulse, um dieses Ziel weiter voranzubringen.“
Der Standort wächst weiter: Derzeit entsteht die neue Wipfelerlebniswelt. Sie soll direkt an den Baumwipfelpfad und die Baumschwebebahn anknüpfen. Eine Brücke soll künftig den unmittelbaren Übergang zum Baumwipfelpfad ermöglichen. Investor ist die Baumschwebebahn Bad Harzburg GmbH.
Das Land unterstützt die touristische Entwicklung am Standort mit insgesamt knapp 3,5 Millionen Euro. Zwei Millionen Euro aus EFRE- und GRW-Mitteln flossen in den Baumwipfelpfad. Die Baumschwebebahn erhielt 742.000 Euro aus EFRE- und GRW-Mitteln. Die Wipfelerlebniswelt wird mit 750.000 Euro aus GRW-Mitteln gefördert.
Ansprechpartner:
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