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Open Data und CC-Lizenzen

Als wichtiges zentrales Qualitätsmerkmal gilt vor dem Hintergrund des Open Data-Gedankens: „Jeglichem Content wurde eine Creative Commons-Lizenz zugewiesen, um eine transparente Nachvollziehbarkeit der Nutzungsrechte zu gewährleisten. Idealerweise wird eine offene Lizenz wie: CC0, CC BY oder CC BY-SA vergeben.“

„Gemäß Open Data verfügbar“ beinhaltet in diesem Kontext laut der Definition der
„Open Knowledge Foundation“
mehrere Grundvoraussetzungen. Im Prinzip gilt grundlegend:
„Offene Daten und Inhalte können von jedem für jeden Zweck frei verwendet, geändert und geteilt werden“.

Darin inbegriffen sind diverse Anforderungen, die ein Werk gemäß Open Data erfüllen muss, und für die der Open Data-Finder für Niedersachsen den Weg ebnet:
Offene Lizenz,
Zugang,
Maschinenlesbarkeit,
Offenes Format

„Daten sind dann offen, wenn es keine rechtlichen, technischen oder sonstigen Kontrollmechanismen gibt,
die den Zugang, die Weiterverarbeitung und die Weiterverbreitung dieser Daten einschränken.

Der Zugang, die Weiterverarbeitung und die Weiterverbreitung soll jedermann und zu jeglichem Zweck,
auch kommerziellem, ohne Einschränkungen und Diskriminierung und ohne Zahlung von Gebühren möglich sein.“
(Daniel Dietrich, Bundeszentrale für politische Bildung)

Open Data bedeutet, die Daten sind frei verfügbar und frei zugänglich. Jede Person sollte Zugriff auf die Daten bekommen, diese nutzen, verarbeiten und weitergeben können. Sind Ihre Daten so aufbereitet, dass sie unabhängig von Ausgabekanälen und von lizenzrechtlichen Beschränkungen ausgespielt und genutzt werden können, können auch andere Unternehmen von diesen Daten profitieren, z.B. bei der Erstellung einer eigenen App mit Restauranttipps in der Region, zur Verschneidung von Öffnungszeiten mit Wetterdaten, um passende Ausflugstipps anzuzeigen etc.

Daten sind sehr vielfältig in Unternehmen vorhanden. Man unterteilt diese in drei Rubriken:

  • Statische Daten: Statische Daten sind feststehend, ändern sich kaum.
    Z. B. Unternehmensname, Adresse, Öffnungszeiten.
  • Dynamische Daten: Dynamische Daten sind flexibel, sie ändern sich ständig.
    Z. B. Besucherzahlen, Preise und ihre Entwicklungen, Umsatzzahlen, Wetterdaten, ÖPNV-Daten.
  • Redaktionelle Daten: Redaktionelle Daten werden oft mit dem Begriff „Content“ gleichgesetzt.
    Z. B. Texte, Fotos, Videos, Infografiken, Blogbeiträge

Warum ist es für Sie sinnvoll, Ihre eigenen Daten auf diese Art zur Verfügung zu stellen?

  • Kundenorientiert: Gäste gehen nicht unbedingt auf Ihre Website. Sie nutzen hingegen vielfältige Plattformen, um sich zu informieren. Strukturierte und offene Daten sorgen dafür, dass Ihre eigenen Daten auch an diesen Kontaktpunkten ausgespielt werden können.
  • Bessere Sichtbarkeit: Strukturierte Daten sind mit die Basis, um bei Google und anderen Suchmaschinen attraktiv und hervorgehoben angezeigt zu werden (sogenannte Featured Snippets).
  • Grundlage für Sprachassistenten: Gäste suchen heutzutage nicht mehr über eingegebenen Text, sondern mit Hilfe von Sprach-Anfragen. Strukturierte Daten werden von Maschinen verstanden und bilden hierdurch die Grundlage für Antworten via Sprachassistenten.

Die Frage, die hier aber eigentlich vielmehr gestellt werden sollte, ist nicht: „Warum sollten Daten gemäß Open Data ausgezeichnet werden?“ sondern: „Warum sollten sie nicht als Open Data nutzbar gemacht werden?“

Selbstverständlich gibt es Daten, die in ihrer Art begründet, nicht für die Veröffentlichung vorgesehen sind. Das sind z. B. personenbezogene Daten sowie Daten, die aus Sicherheitsgründen der Geheimhaltung unterliegen müssen und bei denen es gesetzlich nicht erlaubt ist, diese öffentlich zur Verfügung zu stellen.

Aber diese Form von Daten ist hier nicht gemeint. Es geht um touristisch relevante Daten, die häufig ohnehin schon im Internet öffentlich auffindbar sind, aber noch nicht direkt miteinander in Zusammenhang gebracht worden sind und für die auch die Nutzungsrechte häufig nicht eindeutig bezeichnet sind. Offene Daten (gemäß Creative-Commons-Lizenzmodell CC0, CC BY und CC BY-SA) können unabhängig von Ausgabekanälen und von lizenzrechtlichen oder personellen Beschränkungen ausgespielt und genutzt werden.

Tourismus ist ein besonders passender Anwendungsfall für Open Data, denn Tourismus verbindet unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche und Themen miteinander (z.B. Sehenswürdigkeiten, gastronomische Angebote, Unterkünfte, Wanderwege etc.), für die häufig einzelne Datenbausteine schon offen zur Verfügung stehen. Diese müssen eindeutig beschrieben sein, mit gültigen Nutzungsrechten ausgezeichnet werden und miteinander verknüpft werden.

Insbesondere bei textlichen Informationen zu touristischen Sehenswürdigkeiten, bei Angebotsbeschreibungen von Restaurants, bei Geo-Koordinaten von Hotels oder bei erläuternden Informationen zu Tourenverläufen bei Wanderungen oder Fahrradtouren kann die Frage nach Open Data und ob diese Daten für potenzielle Gäste und Reisende generell öffentlich und offen zur Verfügung stehen sollten, nur mit JA beantwortet werden.

Welche Vorteile bieten offene Daten?

Wenn Leistungsträger Daten ohnehin schon in diversen Portalen bereitstellen, sollten sie dies auch in strukturierten und offenen Datenbanken, wie bspw. dem Niedersachsen Hub tun. Denn dort wird das Ziel verfolgt, möglichst viele Daten offen vorzuhalten, für universelle Nutzungsmöglichkeiten zu bündeln und aufzubereiten. Die Verbreitung dieser Basisangaben von touristischen Betrieben ist im digitalen Kontext elementar, um gefunden zu werden und kann daher wie kostenfreie Werbung verstanden werden.
Doch welche Vorteile bieten sich konkret für Betriebe wie Hotels, Restaurants oder Orte und ihre Tourist-Informationen?

Touristische Betriebe wie Hotels und Gastronomieeinrichtungen haben ein Interesse daran, online gefunden zu werden. Dies steigert die Nachfrage und resultiert in vermehrten Online-Buchungen und Reservierungen. Viele Hotels stellen daher Daten wie Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten, Fotos von Zimmern, Beschreibungstexte zu Hotel und Restaurant usw. bei Portalen wie booking.com, HRS, Holidaycheck, Tripadvisor oder Quandoo bereit. Zusätzlich werden Profile bei GoogleMyBusiness gepflegt. Auch Gäste können in diesen Portalen oft Bewertungen, Fotos und Beschreibungen hinterlassen. Betriebe sind also gut beraten, eigenen und professionell erstellten Content bereitzustellen, damit ein entsprechend hochwertiger Eindruck vom Hotel auf allen Online-Kanälen vermittelt wird. Wenn Betriebe ihre Daten in diesen Portalen einpflegen, dann sollten sie dies auch im Niedersachsen Hub tun. Denn dort werden die Daten offen vorgehalten und können so universell weitergenutzt werden. Die Verbreitung dieser Basisangaben von touristischen Betrieben ist im digitalen Kontext elementar, um gefunden zu werden und kann daher wie kostenfreie Werbung verstanden werden.

Auch Urlaubsorte müssen ihr Marketing zunehmend digital ausrichten. Gäste informieren sich vor und während der Reise online und buchen zunehmend über digitale Kanäle. Die Verantwortung und das Selbstverständnis einer Tourist-Information sollte es sein, eine Service-Stelle für die Gäste zu sein. Auf dem Weg zu einer digitalen Destination werden vielerorts digitale Touchscreens etabliert. Die Informationen, die dort ausgespielt werden, sollten dabei genauso gepflegt werden, als handele es sich um eine Broschüre oder ein Gastgeberverzeichnis. Gleichzeitig bieten digitale Informationen aber den Vorteil, dass sie nicht auf die Ausgabe auf einem Touchscreen beschränkt sind. Vielmehr können diese Informationen durch eine offene Lizensierung flächendeckend geteilt werden. So erhalten Gäste die Informationen, die sie in einem bestimmten Reisemoment benötigen genau dann, wenn sie diese brauchen. Es versteht sich von selbst, dass es für das Vertrauen der Gäste in die digital bereitgestellten Informationen der Tourist-Information elementar ist, dass diese aktuell und korrekt sind.

Das Erstellen sowie die Pflege dieser touristisch relevanten Daten ist für touristische Betriebe und Tourist-Informationen aufwendig. Auf Landes- und Regionsebene wird daher eine Unterstützung für diejenigen gegeben, die die Daten pflegen und damit die Basis des Open Data Ansatzes darstellen (siehe Datenfluss). Diese Unterstützung kann in Form von Vernetzung und Koordination der Akteure, in deren Schulung sowie in der Bereitstellung von professionellen Daten für einzelne Hotspots bestehen. Die Daten können dann den Weg von den Betrieben bis hin zur Graphdatenbank der DZT  nehmen, um so eine möglichst hohe Sichtbarkeit von Hotels, Restaurants, Orten, Wander- und Radwegen oder Sehenswürdigkeiten in Niedersachsen zu garantieren.

Was sind Creative-Commons-Lizenzen?

Offene Daten können unabhängig von Ausgabekanälen und von lizenzrechtlichen Beschränkungen ausgespielt und genutzt werden. In diesem Sinne kommen nur die Lizenzen CC0, CC BY und CC BY-SA für Open Data in Frage. Daten, die gemäß der Lizenzen mit dem Baustein „NC“ (NonCommercial) ausgezeichnet wurden, sind nur nicht-kommerziell nutzbar und dürfen somit beispielsweise nicht von großen Online-Plattformen ausgespielt werden. Die TMN empfiehlt daher, minimal CC BY zu verwenden, in Ausnahmefällen auch CC BY-SA. Dies gilt sowohl für Eigenproduktionen von Texten, Fotos etc. als auch beim Ankauf von Daten. Die größtmögliche Sichtbarkeits- und Reichweitensteigerung kann sicher erfolgen, wenn Daten als CC0 und CC BY weitergegeben werden können.

  • „Eine Nutzung und Weitergabe der Werke von Urhebern ist rechtssicher möglich, wenn der jeweilige Urheber in die Nutzung eingewilligt hat und die mit der Einwilligung vergebenen Bedingungen (gemäß CC) eingehalten werden.“
  • “Der korrekten Bezeichnung der CC-Lizenz kommt eine hohe Bedeutung zu, um die Nutzung durch weitere Personen zu steuern. Darüber hinaus schützen die Urheberpersönlichkeitsrechte vor einem Missbrauch der Werke durch andere, unabhängig davon, welche CC-Lizenz vergeben wurde.”

Überblick über die CC-Lizenzen und was diese bedeuten:

Um deutlich zu machen, welche Daten wie genutzt werden dürfen, gibt es die Lizenzen der Creative Commons (CC). Diese setzen sich aus unterschiedlichen Inhalten bzw. Elementen zusammen:

  • BY: Bei einer Verwendung der Daten muss angegeben werden, wer der Urheber ist.
  • SA (= „share alike“ = genauso weiterteilen). Daten müssen unter der gleichen Lizenz wie das Original veröffentlicht werden. Das heißt: Wenn das Original zur kommerziellen Nutzung freigegeben ist, müssen auch bearbeitete Varianten zur kommerziellen Nutzung freigegeben werden; darf das Original bearbeitet werden, müssen auch Varianten bearbeitet werden können.
  • NC (= „non-commercial“ = nicht-kommerziell). Die Daten dürfen nur für nichtkommerzielle Produkte oder Projekte genutzt werden. Es ist nicht erlaubt, Tassen oder T-Shirts mit einem solch lizenzierten Foto zu bedrucken und zu verkaufen bzw. solche lizenzierten Texte in einem Buch zu veröffentlichen und zu verkaufen.
  • ND (= „no-derivatives“ = keine Ableitungen). Die Daten dürfen nicht bearbeitet werden, ein Foto somit weder beschnitten noch in irgendeiner Form eingefärbt.
Urheber: Constantin Foltin | TMN! | CC BY 4.0
Hinweis: Gemäß deutschem Recht kann ein Urheber (= der Fotograf) nicht auf sein Urheberrecht verzichten. Unabhängig von den eingesetzten CC-Lizenzen behält er dieses.

Hilfestellungen:

  • Praxisleitfaden zur Anwendung von Creative Commons für den Niedersachsen Hub:
    Gemeinsam mit den Rechtsanwälten von SPIRIT LEGAL hat die TMN einen Praxisleitfaden zur Anwendung von CC-Lizenzen erarbeitetder 45 konkrete Fragestellungen in der Content-Erstellung und -Weitergabe für die Datenbank beantwortet.
  • Musterformulare Creative Commons:
    Zur weiteren Unterstützung der touristischen Partner in Niedersachsen und zur praktischen Anwendung von Open Data unter Verwendung des Creative Commons-Lizenzmodells hat die TMN gemeinsam mit Rechtsanwalt Florian König M.L.E. drei Muster-Dokumente erstellen lassen, über die die Übertragung von Nutzungsrechten für Medien zwischen Rechteinhaber und Verwerter schriftlich festgehalten werden kann. Diese Formulare wurden in Zusammenarbeit mit den Rechtsanwälten von SPIRIT LEGAL überarbeitet und seit dem 2024 zur Verfügung gestellt.

Maschinenlesbarkeit und Struktur

Das Stichwort „Maschinenlesbarkeit“ taucht in diesem Kontext immer wieder auf. Hiermit ist gemeint, dass ein Datensatz darauf ausgerichtet sein sollte, mit einem möglichst geringen Aufwand in Softwareanwendungen wie PWAs, native Apps oder andere Plattformen eingebunden werden zu können.

Um dies zu erreichen, wird eine einheitliche Strukturierung und Auszeichnung mit Metadaten benötigt. Als eine etablierte Ontologie (Auszeichnungssprache) zur Beschreibung strukturierter Daten hat sich schema.org durchgesetzt. Innerhalb von schema.org gibt es vorgegebene Schemata zu Hotels, Veranstaltungen, POIs.  Auch touristisch relevante strukturierte Rohdaten sollten danach ausgezeichnet sein, zum Download verfügbar sein oder via webbasierte Schnittstellen (APIs) für Datenabfragen genutzt werden können. Ergänzt werden diese Schemata durch touristische Domain Specifications (z. B. für Routen), welche aktuell noch nicht via Schema.org abgedeckt sind.

Durch eine eindeutige Datenstruktur und eine einheitliche Datenqualität können Daten einfach automatisiert, bearbeitet, sortiert und gefiltert werden. Einzelne Elemente sind dabei eindeutig bezeichnet und flächendeckend verfügbar, wie bspw.: der Name eines Objektes, der (Content-)Typ, Geo-Informationen zum Standort, Kategoriebezeichnung usw.

Die Strukturierung der Daten erfolgt im Hintergrund der eigenen Website bzw. über die Datenbank, in welcher die Informationen hinterlegt sind. Menschen sehen diese Kategorisierungen nicht, Maschinen wie Google nehmen diese jedoch wahr und verstehen somit, dass die Zeichenfolgen eine Adresse oder Öffnungszeiten darstellen. Was müssen Sie tun, um Ihre eigenen Daten zu strukturieren? Nichts. Denn diese Strukturierung erfolgt direkt im Niedersachsen Hub, der landesweiten Datenbank von Niedersachsen, in welche Ihre Daten einfließen.

Das Handbuch „Open Data im Deutschlandtourismus – ein Wegweiser zur digitalen Destination“ der DZT bietet eine hilfreiche Orientierung und kann kostenfrei als PDF-Dokument heruntergeladen oder auch als Printexemplar bestellt werden. Auf knapp 60 Seiten zeigt es leicht verständlich und übersichtlich die Zusammenhänge zwischen Open Data, Künstlicher Intelligenz und der Notwendigkeit eines einheitlichen Datenmanagements auf. Neben der Erklärung, was eigentlich ein Knowledge Graph ist und welche Vorteile aus einer Teilnahme am System resultieren, werden auch greifbare Praxisbeispiele deutlich.

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