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Orte und Städte

Ob Städteurlaub oder Tagestrip, zum Sightseeing, Museumsbesuch oder Shoppen: Ein Stadtbesuch wird selbst mit kleinen Kindern zu einem tollen Erlebnis, wenn die Rahmenbedingungen passen. Das gilt für Urlauber wie Einheimische gleichermaßen. Doch was braucht es, um als Ort oder Stadt für Familien interessant zu sein?

Schickt uns eure Beispiele! Ihr habt eine kinderfreundliche Fußgängerzone, eine gut funktionierende Stadtrallye oder besondere Ideen im Mobilitäts- oder Sportbereich? Wir freuen uns über Anregungen und Beispiele.

Urheber: Florian Spieker | CC BY-SA 4.0 International

Spielstationen in der Stadt
Häufige Laufwege wie die Fußgängerzone werden mit Spiel-,  Bewegungs- und Geschicklichkeitselementen zur bespielbaren Fläche. Dabei ist die Grundidee, Spielplätze nicht als isolierte Bereiche für Kinder zu schaffen. Vielmehr werden „wegbegleitende“ Elemente in das gesamte Stadtbild integriert, die zum Erkunden, Bewegen und Bespielen einladen. Einzelne Spielpunkte an Aufenthaltsbereichen wie Haltestellen laden zum Entdecken ein. Spielstationen werden häufig sehr offen konstruiert, sodass sie vielfältig von verschiedenen Generationen genutzt werden können: Zum Spielen, Klettern, als Sitzgelegenheit oder Ablagefläche.

Auch einzelne Ist die Gestaltung an die Stadtgeschichte oder regionale Themen angepasst, vermitteln diese Erlebnisstationen spielerisch Wissen zur Stadt. Auch Parkanlagen können mit einem kleinen Bewegungsparcours aufgewertet werden, ein gelungenes Beispiel ist die Niedrigseil-Balancier- und Kletterstrecke im Stiftsgarten in Einbeck.

Urheber: TMN | CC BY 4.0 International
Beispiel Spielaufdruck Außenbereich vor dem Klimahaus in BremerhavenUrheber: TMN

Mögliche Gestaltungselemente

  • Ein Bodenaufdruck kann einen Platz gestalten und zum Spielen anregen, wie auf unserem Bildbeispiel vor dem Klimahaus in Bremerhaven. Kleine Elemente wie Hüpfekästchen lockern den Fußweg auf.
  • Kletterelemente wie Baumstämme, Mauern oder Findlinge laden zum Klettern im Vorbeigehen ein
  • Linien oder Wellen im Bodenpflaster
  • Kleine Springbrunnen im Bodenbelag
  • Spielstationen wie kleine Wippen, Kreisel, Geschicklichkeitsspiele, Fernrohre, etc.

Spielplätze sind ein Treffpunkt für Einheimische und Touristen gleichermaßen. Ob Wasserspielplatz, Bewegungsparcours oder klassische Spielgeräte: Ein Spielplatz bietet mehr als einzelne Spielgeräte, er ist für Kinder ein Ort zum Austoben, ein sozialer Treffpunkt und Rückzugsort. Er belebt und wertet den Ort dekorativ auf.

  • Standort: Spielplätze sollten dort geplant werden, wo Eltern sich gerne aufhalten und bewegen, also möglichst „mittendrin“.  Zum Beispiel in der Innenstadt, in zentralen Grünflächen, an touristischen Ausflugszielen und auf den Wegen dorthin. Wichtig ist eine klare Abgrenzung zum Verkehr. Genutzt wird ein Spielplatz nur, wenn Kinder und Eltern sich hier auch ohne Spielplatz schon gerne aufhalten. Ein gastronomisches Angebot in der Nähe wissen Eltern sehr zu schätzen.
  • Gestaltung: Welches Thema gibt dem Ort sein touristisches Profil? Die Gestaltung eines Spielplatzes kann dieses Thema aufgreifen, z.B. ein besonderes Gebäude, bestimmte Tiere oder landschaftliche Aspekte. Manche Spielplätze vermitteln spielerisch soziale und ökologische Themen wie die BUND Kinderwildnis in Nienburg oder der Kinderrechte-Spielplatz in Bad Pyrmont. Ausreichend Schatten durch Bäume oder ein Sonnensegel ist insbesondere für Kleinkinder von Bedeutung.
  • Zielgruppe: Welche Alterszielgruppe hält sich am gewählten Ort besonders gerne auf?  Aus welchem Grund kommen sie hierher und wie lange halten sie sich üblicherweise auf? Definieren Sie den Bedarf genau, bevor Sie mit der Planung beginnen.

Weitere Informationen z.B. zu inklusiven Spielplätzen und Mehrgenerationen-Spielplätzen finden Sie im Tourismusnetzwerk unter folgendem Link: Spielplätze | Tourismusnetzwerk Niedersachsen

Grünflächen in einer Stadt erfüllen verschiedene Funktionen, vom Gestaltungselement bis zum Beitrag zur biologischen Vielfalt. Kindern ermöglichen sie mit entsprechender Gestaltung ein Naturerlebnis in der Stadt, sind Treffpunkt, Picknickplatz, Spielplatz und Erholungsort.

  • Naturnahe Gestaltung 
    Freie Flächen werden mit kleinen Hügeln, Hecken, Büschen, Baumstämmen und Steinen ganz ohne Spielelemente zum Erlebnisort. Bäume spenden insbesondere für junge Kinder wichtigen Schatten und spenden Kühle im Sommer.
  • Sicherheit
    Wie Spielplätze sollten auch bespielbare Grünflächen sicher vom Verkehr oder tieferen Wasserstellen wie Gräben getrennt sein. Mülleimer und Hundebeutel-Stationen helfen, das Gelände sauber zu halten.
  • Wasser
    Ein kleiner Wasserlauf oder eine Wasserstelle sind im Sommer beliebte Spielorte. Die Gestaltung kann naturnah erfolgen oder mit Spielelementen wie Wasserrad, Flussläufen und Staumöglichkeiten.
  • Sport
    Frisbee, Badminton oder Ballspiel – die Nienburger SportBoxen bieten Sportgeräte und Spiele direkt an der Grünfläche zum Verleih. Der Zugang ist kostenlos per App möglich.

Wie lässt sich eine öffentliche Sanitäranlage familienfreundlich gestalten?

Eine Kindertoilette sollte in größeren Sanitäranlagen oder in der Nähe von Spielplätzen mit eingeplant werden. Diese sind niedriger und kleiner, dazu ermöglicht ein niedriges Waschbecken Kindern, das Becken ohne Fußtritt zu erreichen.

Sind nur normale Toiletten vorhanden, sollte zumindest eine Toilette mit einem integrierten Toilettensitz ausgestattet werden. Dies ist eine zweite verkleinerte Klobrille, die sich zwischen Brille und Deckel bei Bedarf herunterklappen lässt. Wählen Sie hierfür wenn möglich eine etwas größere Toilette, damit die Eltern das Kind bei Bedarf begleiten können. Kennzeichnen Sie in jedem Fall die Kindertoilette (in für Kinder gut sichtbarer Höhe), damit Ihr Angebot von den Kindern auch gefunden wird. Vor dem Waschbecken können Sie einen Tritt deponieren, sodass Kinder das Waschbecken selbständig erreichen.
Ein Wandsitz ist für Eltern mit Kleinkindern gedacht: Hierin können Kleinkinder sicher abgesetzt werden, während die Eltern die Toilette benutzen. Gerade in öffentlichen Toiletten ist dies aus hygienischen Gründen eine hilfreiche Ausstattung.

Projekt StadtWC Zur Ausweitung des Angebots an kostenfreien Toiletten im öffentlichen Raum bietet die Stadt Lüneburg das Projekt „StadtWC“. Hierbei stellen Betriebe ihre Toilette kostenfrei zur Nutzung und erhalten dafür eine monatliche Aufwandsentschädigung von der Stadt. Für einen Wickeltisch oder eine behindertengerechte Toilette gibt es eine erhöhte Aufwandsentschädigung. Die Toiletten werden auf einer interaktiven Karte gelistet und mit einem Schild gekennzeichnet.

Urheber: TMN

Ein Wickeltisch sollten für Männer und Frauen gleichermaßen zugänglich sein. Bei der Installation in einer Behindertentoilette achten Sie bitte darauf, dass die Abstandsregeln für Rollstuhlfahrer nicht beeinträchtigt werden. Platzsparend sind Wickeltische zur Wandmontage. Im Optimalfall ergänzen Sie den Wickeltisch um

  • Abwischbare Auflage
  • Verschließbarer Windeleimer
  • Handtuchspender
  • Desinfektionsmittel

Ein Stillplatz mit Sichtschutz bietet stillenden Müttern etwas Privatsphäre, wie auf dem Bild mit Wickeltisch in Lüneburg.

Für eine familienfreundliche Gestaltung der Tourist-Information helfen folgende Fragen:

Welche touristischen Angebote gibt es für Familien in unserem Ort und der Umgebung?
Bieten Sie einen Überblick über alle für Kinder interessanten Ausflugziele und Veranstaltungen in der Region:

  • Sport- und Erlebniseinrichtungen: Freizeitpark, Spielpark, Zoo, Wild- und Naturpark, Schwimmbad, Schlösser und Burgen, Kletterpark, Adventure-Golf, Planetarium etc.
  • öffentliche Orte: Spielplätze, Badestellen, Grünflächen zum Spielen
  • Kultur und Museum: Welche Ausstellungen sind kindgerecht aufgearbeitet, welche Vermittlungsangebote gibt es für Kinder?
  • Betriebsbesichtigungen: Hofführung, Imker, Bäcker, Schokoladenmanufaktur, etc.
  • Aktivitäten: Familienfreundliche Wander- und Radwege, Erlebniswege, Kanutouren, etc.
  • Entdecken: Stadt-Rallyes, Geocaching, etc.

Finden Familien bei uns schnell die für sie relevanten Informationen?
Stellen Sie die Informationen und Flyer für Familien gebündelt in der Tourist-Information auf oder kennzeichnen Sie die Angebote für Familien, wenn Sie die Flyer z.B. nach Regionen sortiert auslegen. Kinderferienland-Orte können das Logo für die Kennzeichnung des Familien-Bereichs nutzen.
Achten Sie darauf, dieselben Flyer in verschiedenen Höhen auszulegen, sodass sie für Kinder und auch Eltern gut erreichbar sind. Dies hilft auch Rollstuhlfahrern.

Ist das Angebot auch Online gut auffindbar?
Legen Sie auf Ihrer Website eine eigene Unterseite für Familien an:

  • Eine Bucket-Liste wie im Kinderferienland-Ort Einbeck gibt Familien einen schnellen Überblick über die spannendsten Aktivitäten.
  • Ein digitaler Stadtplan zeigt alle für Kinder relevanten Betriebe, Spielplätze, WCs, Wickelmöglichkeiten und Wege
  • Legen Sie im Veranstaltungskalender einen Filter für Familienaktivitäten an oder spielen Sie Familienveranstaltungen direkt auf der Familienseite aus
Beispiel niedriger Beratungstresen in der Tourist-Information mit Spielangebot für KinderUrheber: TMN | CC BY-SA 4.0 International

Wie beschäftigen sich Kinder während der Beratung der Eltern?

  • Ein niedriger Tresenbereich ermöglicht Kindern, der Beratung zu folgen
  • Alternativ können Kinder über einen Tritt auf Höhe des Beratungstresens gelangen. Beispiel: In der Autostadt dienen Elemente in Autoform am Counter als Kindertritt oder Taschenablage.
  • Spielbereich für Kinder: Ein kleiner Spieltisch mit Bastel- oder Spielmöglichkeit oder eine Spielecke bieten Beschäftigung während der Beratungszeit. In Einbeck stellt ein benachbartes Spielwarengeschäft passendes Spielmaterial zur Verfügung.

Wie erreichen wir Familien in der Unterkunft?

Stellen Sie Ihren Gastgebern ein Informationsblatt für Familien zur Verfügung zum Aushang an der Rezeption oder zur Auslage in der Gästemappe. Mögliche Inhalte:

  • Tipps zu Ausflugszielen, Sportangeboten und kindgerechten Wander- und Fahrradwegen
  • Aktuelle Veranstaltungen für Familien, Kinder- und Jugendprogramm im Ort
  • Informationen zum regionalen ÖPNV
  • Familienspezifische Einkaufs- und Restauranttipps
  • Adressen von Kinderarzt, Apotheke und Krankenhaus
  • Kinderstadtplan

Emotionales Bildmaterial
Damit ihr Familienangebot von der Zielgruppe wahrgenommen wird, benötigen Sie Bildmaterial, das Emotionen transportiert: Kinder und Familien, wie sie Stadt und Natur erkunden, Spielplätze erobern und in Museen staunen. Beispiele für eine gelungene Bildauswahl für die Zielgruppe bieten Einbeck Tourismus und das Nordseebad Dangast

Urheber: TMN | CC BY-SA 4.0 International

Welche regionalen Artikel eignen sich für Kinder im Shop?
Angebote für kleine Kinder platzieren Sie bodennah in Körben oder niedrigen Auslagen: z.B. Bilderbücher, Stoff- und Kunstofftiere, Mobiles, lokale Maskottchen, Ausmalbücher, Spielzeuge.
Angebote für ältere Kinder sind z.B. thematisch passende Bücher, Rätselhefte, Poster, Bastelmaterialien, Spiele, Experimente und Tassen.

Kinderstadtplan Einbeck mit Freizeittipps, Wissens- und HilfsangebotenUrheber: Einbeck Tourismus
Regionskarte für Kinder des DümmerWeserLandUrheber: DümmerWeserLand Touristik

Mit einem Kinderplan für eine Stadt oder Region finden sich Kinder und ihre Eltern leichter in einer neuen Stadt zurecht. Einheimischen Kindern ermöglicht er, sich eigenständig zu orientieren und Angebote der Stadt zu entdecken.

  • Grafik: Zeichnungen und Bilder von markanten Gebäuden und Orten (Teich, Kirche, Bahnhof, etc.) erleichtern die Orientierung. Grundsätzlich sollte die Grafik schlicht und übersichtlich bleiben und mithilfe einfacher Piktogramme die wichtigen Markierungspunkte und Themen darstellen. Die genutzten Farben und Symbole sollten sich auch im Leitsystem wie den Wegweisern wiederfinden, um die Orientierung zu erleichtern.
  • Inhalte Stadt: Spielplätze, Sportangebote, Schwimmbad und Badestellen, Freizeiteinrichtungen, öffentliches WC und Wickelmöglichkeiten, Angebote der Stadt (Jugendzentrum, Bibliothek, Tourist-Information etc.), öffentliche Versorgung (Bahnhof, Krankenhaus, Schulen), Erlebniswege, Grünflächen und Picknickstellen, Betriebe mit Kinderferienland-Zertifizierung.
  • Inhalte Region: Orte, Radrouten, Wandertouren und Erlebniswege für Kinder, größere Spielplätze, Sport- und Freizeiteinrichtungen, kindgerechte Kultur (Museen, Theater, Freilichtbühnen), Verkehr (Bahnhof, Straßen,)
  • Weitere Informationen: Ergänzend zur Karte können wichtige Freizeiteinrichtungen mit einem kurzen Text und Kontaktangaben vorgestellt werden und so Anregungen für die Urlaubsplanung geben.
  • Ausmalbild und Spiele: Mit einem thematisch passenden Ausmalbild, Kreuzworträtsel o.ä., wird die Karte um Beschäftigungsmöglichkeiten ergänzt.
  • QR-Code: Im Printprodukt führt ein QR-Code zur Familien-Seite der Tourismusorganisation mit aktuellen Freizeittipps, Rallyes und Veranstaltungsmöglichkeiten.

Digitale Karten verlinken auf die für Kinder relevanten POIs und können die Familienseite der Tourismusorganisation ergänzen.

Best Practice:

  • Der Kinderstadtplan Einbeck wurde 2026 zur Zertifizierung als Kinderferienland-Ort neu gestaltet. Er zeigt städtische Anlaufstellen, Kinderferienland-Betriebe, Freizeittipps, Wissens- und Hilfsangebote im Stadtgebiet. Einbeck Kinderstadtplan.pdf
  • Das DümmerWeserLand bietet seinen Gastgebern die Kinder-Regionskarte als Grafik und passende dazu Malvorlagen für die verschiedenen Regionen. Diese können z.B. in der Gastronomie als Tischunterlagen genutzt werden.

Eine Stadtrallye ermöglicht ein spielerisches Kennenlernen der Stadt, ihrer Geschichte und touristisch relevanten Einrichtungen. Für eine gelöste Rallye kann in der Tourist-Information ein kleines Geschenk abgeholt werden, so können Familien direkt zu weiteren Erlebnismöglichkeiten beraten werden.
Noch wichtiger als die Form der Rallye ist eine klare Definition der Zielgruppe und eine schlüssige Dramaturgie: Eine Geschichte mit einer altersgemäßen Identifikationsfigur, Spannungsbogen und Aufgaben mit altersgerechtem Schwierigkeitsgrad. Rallyes gibt es in verschiedenen Varianten:

  • Papierform: Informationen, Fragen und Rätsel werden in Papierform aufbereitet und online als PDF oder in der Tourist-Information ausgegeben. Beispiel: Kinder-Rallye: Stadterlebnis.
  • Digital: Für die Entwicklung digitaler Rallyes gibt es inzwischen viele Anbieter. Mit Hörerlebnissen, Videos, Augmented Reality, digitalen Spielen und Rätseln bietet die digitale Variante unzählige Möglichkeiten, Informationen spannend aufzubereiten.
  • Erlebnisstationen: Der Erlebnisweg ist über Wegmarkierungen gekennzeichnet. Stationen und Infotafeln erklären, stellen Rätsel oder rufen zum Ausprobieren und Spielen auf. Die Erlebnisstationen können digital mit QR-Codes ergänzt werden. Auch eine Print-Ergänzung mit Infoflyer oder Postkarte ist möglich. Eine Idee die Postkarte mit den Stationen zu verknüpfen sind Lösungsbuchstaben: Bei jeder Station ist ein Lösungsbuchstabe versteckt oder durch ein Rätsel zu erraten. Der Buchstabe wird auf der Postkarte eingetragen und ergibt nach erfolgreicher Beendigung des Weges ein Lösungswort, mit dem eine Belohnung in der Tourist-Information abgeholt werden kann.

Weitere Tipps für Rallyes und Erlebnisstationen finden Sie unter Rad & Wandern: Erlebnis- und Themenwege | Tourismusnetzwerk Niedersachsen

Urheber: Florian Spieker | CC BY-SA 4.0 International

Das Auto mal stehen lassen und mit Bahn, Bus und Fahrrad die Gegend erkunden: für Kinder ist das ein besonderes Erlebnis. Der Urlaub ist eine perfekte Möglichkeit, die Mobilitätsroutinen des Alltags aufzubrechen und neue Verkehrsmittel auszuprobieren. Im Auto bewegen sich Kinder passiv. Im ÖPNV oder auf dem Rad lernen sie sich zu orientieren und erleben die Umgebung viel intensiver. Dabei können Orte einiges zu einem komfortablen Mobilitätserlebnis beitragen:

  • Kindgerechtes Leitsystem: Farben, Symbole, große Schrift in für Kinder gut sichtbarer Höhe: Markieren Sie wichtige Wege in für Kinder gut verständlicher Weise. Der Weg vom Bahnhof in die Innenstadt, zum Spielplatz oder Schwimmbad oder auch ein Entdeckerrundweg durch den Ort – ermöglichen Sie Kindern sich auf den relevanten Routen leicht zu orientieren. Die im Leitsystem genutzten Farben und Symbole sollten sich auch im Kinderstadtplan (s.u.) wiederfinden.
  • Fahrrad- und Fußgängerwege: Sind die touristisch interessanten Orte gut fußläufig oder auf Radwegen erreichbar? Gerade mit Kindern ist es wichtig, dass die Wege gut vom Verkehr getrennt sind und Überwege auf Straßen gut gesichert sind, z.B. durch Ampeln oder Zebrastreifen. Mit einem Kinderwagen sind barrierefreie Wege ohne Stufen notwendig.
  • Stellplätze: Finden auch Lastenräder oder Fahrradanhänger einen Platz?  Gibt es wo notwendig einen Kinderwagen-Stellplatz?
  • Fahrradverleih: Bietet der lokale Fahrradverleih auch Kinder- und Jugendfahrräder, Fahrradanhänger bzw. Lastenräder oder Fahrrad-Kindersitze? Können Helme für Kinder ausgeliehen werden?
  • Buggy-Verleih: In einem Wandergebiet könnte es sich anbieten einen geländegängigen Kinderbuggy oder eine Wanderkraxe zu verleihen, z.B. in der Tourist-Information oder durch die lokalen Gastgeber.
  • ÖPNV: Sind die touristische interessanten Wege per ÖPNV erreichbar und in einer ausreichend engen Taktung? Sind Linienpläne an touristisch relevanten Orten aufgehängt und sind im Linienplan die touristischen Highlights markiert? Welche kindgerechten Wander- und Radwege können mit einer ÖPNV-Rückfahrt kombiniert werden? Können Räder per Bahn/Schiff/Bus transportiert werden?

Gibt es vor Ort gute Mobilitätsalternativen, ermutigen Sie Familien durch gute Information und vielleicht auch finanzielle Anreize, das Auto stehen zu lassen.

Bei Veranstaltungen mit den Betrieben des Ortes sollte die Zielgruppe Familie mindestens einmal jährlich thematisiert werden oder ein separates Netzwerktreffen der familienfreundlichen Betriebe stattfinden.
Denn für ein gutes Gesamterlebnis ist ein Zusammenwirken aller Akteure essentiell.

Mögliche Themen eines Netzwerk-Treffens

  • Beratung und Austausch der Betriebe zu kinderfreundlichem Angebot und Service (z.B. Gastro-Angebot, Familienzimmer in Hotels, Kinderangebote im Einzelhandel)
  • Welche Erfahrungen werden mit der Zielgruppe Familien gemacht? Wie können mögliche Probleme durch Anpassungen in Service oder Ausstattung verbessert werden?
  • Welche Unterstützung werden von der Tourist-Information gewünscht (z.B. Kinderstadtkarte, Stadtrallye, regionales Malbuch)
  • Planung von Familien-Events und Veranstaltung im Ort
  • Wie könnte die Stadtverwaltung die Familienfreundlichkeit unterstützen (Klärung des Bedarfs zu Spielgeräten, kindgerechten Verkehrswegen, Trinkbrunnen, Ausstattung der öffentlichen Sanitäranlagen)
GESA POLSTER

Qualitätsmanagerin Kinderferienland Niedersachsen

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