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Klimawandel und Tourismus

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Im Pariser Klimaabkommen (2015) haben sich 195 Länder auf drei übergeordnete Ziele verständigt: (1) Gemeinsam soll die globale Erderwärmung bis 2100 auf deutlich unter 2 Grad (möglichst 1,5 Grad) im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzt werden, (2) die Fähigkeit zur Anpassung an den Klimawandel soll gestärkt werden und (3) Finanzmittelflüsse sollen mit Klimazielen in Einklang gebracht werden. Das rechtsverbindliche Abkommen wurde im Dezember 2015 im Rahmen der Pariser Klimakonferenz (COP21) von 195 Ländern unterschrieben. Das Pariser Klimaabkommen sieht vor, dass bis zur Hälfte des Jahrhunderts (2050) alle klimaschädlichen Emissionen auf null reduziert werden. Das Abkommen wurde 2016 von Deutschland und der EU ratifiziert.

Wieso ist der Klimawandel ein Thema für den Tourismus?

Der Tourismus als Wirtschaftszweig steht vor einer besonderen Herausforderung: durch den Ausstoß von Emissionen ist er ein Mitverursacher des Klimawandels, anderseits sind viele Urlaubsarten direkt und indirekt durch den Klimawandel und seine Folgen betroffen.

Der Tourismus als Verursacher des Klimawandels

Je nach wissenschaftlicher Quelle verursacht der Tourismus bis zu 8 % der globalen Treibhausgasemissionen. Der Großteil der klimaschädlichen Emissionen entsteht bei der An- und Abreise der Gäste, durch die Nutzung fossiler Brennstoffe. Hierbei kommt dem internationalen Flugverkehr sowie dem motorisierten Individualverkehr eine besondere Bedeutung zu, wie die Abbildung verdeutlicht.

Den Beitrag des Tourismus zum Klimawandel jedoch nur auf die An- und Abreise zu reduzieren, greift zu kurz. Weitere Bestandteile der Reise haben ebenfalls einen Einfluss auf das Klima: Sei es durch Gastronomie und Verpflegung, die Mobilität der Gäste vor Ort, den Konsum oder den Storm- und Energieverbrauch in Beherbergungsbetrieben.

Der Binnentourismus in Deutschland trägt aufgrund des geringen Anteils an Flugreisen weniger als 2% der bundesweiten Emissionen bei. Jedoch entfallen auch hier rund 2/3 der Emissionen auf den Transport, rund 1/3 entfallen auf den Strom- und Energieverbrauch von Beherbergungsbetrieben.

Der Tourismus als Betroffener des Klimawandels

Die Folgen des Klimawandels sind vielfältig: Temperatur- und Meeresspiegelanstieg, Dürren und Hitzewellen, Veränderungen im Landschaftsbild, Verschiebung der Niederschläge, Waldbrände in Folge von Trockenheit, zunehmende Extremwetterereignisse, Algen- und Schädlingsbefall, etc. Die Folgen des Klimawandels können die Attraktivität und die Erlebnisqualität einer Destination wesentlich beeinflussen.

Auch die indirekten Folgen des Klimawandels werden zukünftig Einfluss auf den Tourismus nehmen, beispielsweise durch veränderte gesellschaftliche, ökonomische und politische Rahmenbedingungen. So kann es durch den Klimawandel zu veränderten Reise- und Konsummustern, einer höheren Sensibilität der Gäste bei der Wahl ihrer Urlaubsdestination bis hin zu Einschränkungen (z.B. Fahrverbote für Verbrennungsmotoren) kommen.

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